11.02.2019 20:00

Eishallen-Einsturz

Die Lehren aus dem Unglücks-Winter 2006 gezogen

Dieser Winter könnte jenen von 2005/2006 was die Schneemengen betrifft durchaus noch toppen. Was die Schäden angeht - vor allem eingestürzte Dächer - hat man seine Lehren aus dem strengen Winter und aus dem Eishalleneinsturz von Bad Reichenhall gezogen. Heuer wurde fast überall rechtzeitig abgeschaufelt.

Der Winter 2005/2005 zog schon Mitte Dezember ins Land herein. Das freute zwar die Tourismusbetriebe in den Wintersportzentren, die Auto- und Schneepflugfahrer aber weniger.

Zu einem schlimmen Unglück kam es am 2. Jänner 2006. Das Dach der Eishalle in Bad Reichenhall stürzte mit ohrenbetäubendem Lärm ein. 15 Menschen verloren ihr Leben, 34 wurden zum Teil schwer verletzt. Seither hat ein Umdenken was Dachlasten betrifft, stattgefunden. Verordnungen wurden verschärft. In der Bevölkerung war das Bewusstsein da, dass Dächer ab einem gewissen Schneedruck geräumt werden müssen. So wurden nach dem Halleneinsturz die Voglauer Möbelwerke in Abtenau, das Werkschulheim Felbertal und weitere Schulen sowie Kindergärten abgeschaufelt. Das Bundesheer half in der Krisensituation mit 540 Soldaten aus. Diese schaufelten insgesamt 31.500 Stunden. In Abtenau forderte das Dach abschaufeln ein Todesopfer. Die Volksgarten-Eishalle und die Sporthalle Alpenstraße in der Landeshauptstadt mussten von der Schneelast befreit werden. In Hof stürzte das Hallendach einer Firma ein, in Seekirchen ein Stall. Damals ebenso wie jetzt verschüttete eine Lawine die Salzachtal Straße.

4000 Feuerwehrmänner mussten zu 253 Einsätzen ausrücken, 141 davon im Flachgau. Damals wie heute traf es den Flach- und Tennengau besonders stark. Mitte Februar 2006 neigten sich die Streusalzvorräte dem Ende zu. Wegen des harten Winters gab es europaweit einen Salzengpass. Das würde heute nicht mehr passieren. Es werden mittlerweile weit höhere Mengen rechtzeitig eingelagert. Der Winter 2006 forderte in den Bergen auch mehrere Lawinenopfer. Vor allem im März, als sich die Sonne langsam wieder einschlich, kam es bei Fahrten abseits der Pisten zu mehreren Unglücken. Im heurigen Winter sind bisher drei Lawinen-Todesopfer und 44 Verletzte zu beklagen. Zum ersten Mal startete das Bundesheer heuer zu Downwashing-Flügen. Durch den Wind der Rotorblätter wurden die Schneemassen von Bäumen, die umzukippen drohten, geblasen. Die Meteorologen kündigen auch diese Woche wieder Neuschnee an. Sollte sich der Winter bis in den März oder April hineinziehen, wird er den letzten „Jahrhundertwinter“ wohl noch toppen können.

Manuela Kappes
Manuela Kappes

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