10.02.2019 08:00

Paris, Je t‘aime!

Kultur, Mode, Liebe: In der Stadt der Verführungen

Kultur, Mode oder Liebe - Frankreichs Weltmetropole zeigt ziemlich alle Facetten. Und: Sie begeistert ganz besonders mit Genuss.

Pärchen schlendern im Herzen der Stadt vor sich hin. Machen gerade jetzt um den Valentinstag verliebt-verspielte Fotos. Und bleiben immer wieder an Schaufenstern hängen. Hier im Marais, einem der angesagtesten Viertel in Paris, besonders.

Auf der sogenannten Route des Gourmets kommt eine Pâtisserie nach der anderen. Sie bieten Süßwaren, die wie Kunstwerke aussehen. Mit mehreren Schichten. Und fein verziert. „Alles handgemacht“, betont Julien im Familienbetrieb Damyel. „Wir verwenden klassische Zutaten wie Schokolade und Karamell. Aber auch Zitrone, Pistazie oder Mango.“ Die Kostproben werden zum Genuss auf höchster Stufe.

Eine halbe Stunde Stadtspaziergang weiter liegt das Café von Christophe Michalak. Der Meister der Pâtisserie, der auch regelmäßig im Fernsehen vorzeigt, führt in seine Michalaks Master Class, „lehrt“ dort seine Künste und Geheimnisse. „Einige Konditoren versuchen sich mit viel Dekoration. Mir ist wichtig, auch zu zeigen, was drinnen ist“, deutet er auf kleine Beschriftungen unterhalb der Macarons und Bonbons. „Da finden sie die genauen Angaben, etwa, aus wie viel Kakao die Schokolade besteht.“ Von all dem Süßem verführt, wächst die Lust auf Abwechslung.

Und da bietet sich das Atelier des Lumières exzellent an. Ein Kunstschauplatz, der völlig gegensätzlich zu den großen Häusern wie dem Louvre oder dem Musée d’Orsay erscheint. Denn in dieser ehemaligen Gießerei aus dem 19. Jahrhundert dreht sich alles um Lichteffekte. Werden im Dunkeln auf eine spezielle Weise Bilder an die Wände projiziert. Da tauchten auch schon Werke österreichischer Größen wie Friedensreich Hundertwasser oder Gustav Klimt auf, ehe ab Ende Februar ein Van-Gogh-Schwerpunkt ansteht. Empfehlenswert!

Generell ist Paris bei Kunst, Design und Kultur groß im Bild. Genauso bei Mode, etwa den Fashion Weeks, oder Musik – da wirkt es fast nostalgisch, wenn in Bistros Hits der französischen Chanson-Ikone Édith Piaf erklingen. Und Kellner mit ihrem Tablett förmlich durch Tischreihen tanzen. Jedenfalls verleitet das Treiben in Frankreichs Hauptstadt zum stundenlangen Beobachten. Schon Heinrich Heine, einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, hatte einst gemeint: „Wenn sich der liebe Gott im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“

Guide Véronique weiß zu gut, warum: „Diese Stadt schläft nie. Sie ist in einem ständigen Wandel, wird immer lebendiger und innovativer“, schildert die PR-Managerin, die Paris in- und auswendig kennt. Obwohl: „Es gibt eigentlich jeden Tag etwas Neues zu entdecken.“ Apropos entdecken: Wer sich als Detektiv versuchen möchte, ist beim Crime at the Palais Royal richtig. Ein fiktives Verbrechen dient als Ausgangsmotiv. Dann geht’s auf Spurensuche, muss im Herzen von Paris eine Liste voller Merkmale gefunden und abgehakt werden. Der rund dreistündige Parcours endet beim imposanten Palais Royal.

Von hier, wo die schwarz-weißen Säulen des französischen Künstlers Daniel Buren begehrtes Fotomotiv sind, ist es einen Steinwurf zum Louvre oder den Tuilerien. Und über die Pont Neuf, übrigens die älteste Seine-Brücke in Paris, sind’s nur ein paar Minuten zur Kathedrale Notre Dame.

So, genug KULTUR. Weiter geht’s zu etwas Lockerem und in luftige Höhe – zum Le Jardin Suspendu. Auf dem Dach eines Hochhauses im Südwesten der Stadt entwickelt sich zu wärmeren Zeiten ein angesagter Hotspot. Da tummeln sich Geschäfts- wie Partyleute unter Palmen, genießen sie Cocktails, Livemusik oder einfach nur den Ausblick. Und der reicht fast bis an die andere Seite der Metropole. Dort, unweit vom Port de la Rapée, entstand an der Seine eine neue Gastronomie-Szene. Mit Restaurants direkt am Fluss oder überhaupt gleich auf Schiffen. „Tolle Szene“, schwärmt einer der Kellner. „Egal, wann, egal, was – hier ist für alle Geschmäcker etwas dabei.“

Wer vor der Abreise noch ein Highlight sucht, für den lohnt sich auf den Champs-Élysées ein Besuch im Concept-Store „86 Champs“. Darin haben sich Pierre Hermé, der Picasso der Desserts, und der Kosmetik-Hersteller L’Occitane en Provence gemeinsam verwirklicht. Ein Genuss für die Sinne, weniger für die Geldbörse. Paris ist jedenfalls mehr als eine Reise wert. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt. In eine voller Verführungen.

Christian Mayerhofer, Kronen Zeitung

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