Luitz verletzt

12.01.2019 19:55

Marcel Hirscher ist der „Glöckner von Adelboden“

Mit einem superstarkem Mittelteil im Weltcup-Riesentorlauf von Adelboden hat sich Marcel Hirscher den achten Sieg auf dem Chuenisbärgli geholt. Der Ski-Superstar aus Salzburg baute mit dem Triumph vor dem Norweger Henrik Kristoffersen (0,71 Sek.) und dem Franzosen Thomas Fanara (1,04) seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Jetzt ist er der „Glöckner von Adelboden“.

Der Halbzeitzweite Hirscher war mit Laufbestzeit im Finale von Kristoffersen nicht zu biegen, flog zum 66. Weltcupsieg seiner Karriere. „Es hat sehr gut gepasst, ich habe für den zweiten Durchgang ein super Set-up gefunden. Im ersten hatte ich nur Glück, dass Henrik so große Fehler gemacht hat. Da habe ich fast ein bisserl Angst gehabt, ich habe mich nicht wohlgefühlt“, meinte der Salzburger. Kristoffersen kämpfte in dem anspruchsvollem Rennen mit steilen Zielhang mit Krämpfen im Oberschenkel. „Es war ein guter Lauf, aber im unteren Teil nicht genug“, musste er eingestehen.

„Glöckner von Adelboden“
Aufgrund seiner zahlreichen Stockerlplätze bezeichnete der Stadionsprecher Hirscher als „Glöckner von Adelboden“, die Top Fünf jedes Rennens werden traditionell mit Kuhglocken beschenkt. Zum 15. Mal stand der siebenfache Gesamtweltcupsieger auf dem Chuenisbärgli nun schon auf dem Podest, so viele hat er auch in Val d‘Isere zu Buche stehen, ebenso wie sein Ex-exquo-Rekordmann Aksel Lund Svindal in Beaver Creek. Im Slalom am Sonntag kann Hirscher sich also zum erfolgreichsten Skiathleten an einem Schauplatz machen.

Mit dem nachträglich zugesprochenen Sieg im Weltcup-Riesentorlauf von Beaver Creek will sich Hirscher aber noch nicht beschäftigen. „Es ist schwierig, jetzt etwas dazu zu sagen, denn es steht definitiv noch nicht in den Büchern“, sagte Hirscher. „Für Stefan ist das wirklich schlimm. Er hat in dem Moment den falschen Entscheidungen vertraut. Er hat nichts falsch gemacht“, fühlte er mit dem Kontrahenten.

Luitz verletzt
Luitz hatte am Freitag eine juristische Niederlage erlitten, der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte seinen Antrag auf einstweilige Aussetzung der Disqualifikation von Beaver Creek nicht stattgegeben. Das wirkte sich auf die Startliste für den Riesentorlauf am Samstag in Adelboden aus, Luitz rutschte damit aus den Top Sieben, was er freilich verhindern wollte. Trotzdem lag er im Rennen nach dem ersten Durchgang als Vierter in aussichtsreicher Position, schied im Finale aber aus. Er kugelte sich dabei auch die linke Schulter aus und wurde mit dem Hubschrauber zu näheren Untersuchungen ins Krankenhaus geflogen. Es handelt sich aber nur um eine Vorsichtsmaßnahme.

Schwarz bärenstark
Wegen Nebels hatte das Finale mit 45-minütiger Verspätung begonnen. Und es lief überraschend gut für Österreich, kam nach dem mannschaftlich gesehen enttäuschenden Halbzeitergebnis doch mit Schwarz ein Slalom-Spezialist zu seinem besten Riesentorlaufergebnis der Karriere (bisher 17. als bestes), erst zum vierten Mal punktete er. Schwarz hatte in diesem Winter in dieser Disziplin schon einmal aufgezeigt, zum ersten Mal brachte er aber auch ein Resultat ins Ziel. In Alta Badia war der Kärntner mit Startnummer 71 auf 17 gefahren, im zweiten Durchgang jedoch ausgeschieden. Mit Nummer 67 war er in Adelboden Halbzeit-14. und machte schließlich noch etliche Ränge gut.

„Richtig cool“
„Das ist richtig cool, mein erstes Top-Ten-Ergebnis im Riesentorlauf“, freute sich der Kärntner, der „ganz entspannt“ in das Finale gegangen war. „Ich wollte einfach gut Ski fahren. Ins Ziel kommen und in Führung zu gehen, ist schon ein cooles Gefühl. Das erste Ziel waren die ersten 30 in der Startliste, das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.“ Das vermehrte Training nach dem Saalbach-Rennen habe sich ausgezahlt.

Schwarz hätte auch gegen einen Riesentorlauf-Start bei den Weltmeisterschaften in Aare „nichts einzuwenden“, er hat nun freilich sehr gute Karten. Zu Punkten kamen aus dem ÖSV-Team am Samstag nur noch Stefan Brennsteiner als 18. und Magnus Walch als 19.

Feller weiter motiviert
„Der zweite lässt sich einigermaßen herzeigen, ich habe ein noch besseres Set up gefunden, es ist alles etwas einfacher gegangen“, sagte Brennsteiner, der erstmals in dieser Saison in einem Spezial-RTL anschrieb. Walch sprach von einem „lässigen Rennen“, Adelboden sei für ihn das Highlight im Jahr. „Mit taugt das Publikum, da bin ich nochmals mehr motiviert. Ich fühle mich gut, bin bereit für die nächsten Aufgaben.“

Manuel Feller verzeichnete seinen dritten Ausfall im fünften Saison-Riesentorlauf. „Bei drei Nuller ist man gleich auch bei der Startnummer nicht mehr dabei“, sagte der Tiroler. Der Ausfall war ein Fahrfehler. „Es war ein Linienproblem, ich bin in den Übergang zu gerade reingekommen, ich wollte den Schwung verkürzen und bin am Innenski ausgerutscht.“ Es sei nicht so fein gelaufen bis dahin, er sei zu aggressiv unterwegs gewesen."

Kein Aufwärtstrend
Kein Aufwärtstrend bemerkbar war bei Philipp Schörghofer (34.) und Vizeweltmeister Roland Leitinger (45.), die nach ihren Verletzungen den Weg zurück in die Erfolgspur noch nicht gefunden haben. Nach guter Fahrt schied Johannes Strolz im ersten Lauf aus. Adelboden-Debütant Patrick Feurstein qualifizierte sich in seinem zweiten Rennen nach dem Weltcup-Debüt in Saalbach-Hinterglemm (Ausfall im ersten Durchgang) mit Nummer 57 als 26. für das Finale, wurde allerdings disqualifiziert.

Vor den Weltmeisterschaften in Aare steht nur noch der Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm.

krone Sport
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