Rekordschneefälle

11.01.2019 13:23

„Ein Wiener kann sich die Massen nicht vorstellen“

Während in Wien am Freitag großteils die Sonne auf die bundeshauptstädtlich kahlen Bäume und grün-braunen Grünflächen scheint, ächzen weite Teile Österreichs unter gewaltigen Schneemassen. Orte sind eingeschneit, zahlreiche Straßen gesperrt, Stromverbindungen unterbrochen, Skigebiete und selbst Parks aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Man kann sich das in Wien nicht vorstellen“, sagt der Pressesprecher der Reed Exhibitions, Oliver-John Perry, dessen Ferienhaus beinahe von einem umgestürzten Baum getroffen worden wäre, „aber auch Schnee kann diese bedrohliche Masse und Gewicht haben.“

Während er selbst noch nichts ahnend in Wien die Ferienmesse eröffnete, erhielt Perry einen Anruf aus der Steiermark, wie er der APA am Freitag schilderte: „Ich wurde nach dem Messerundgang von meiner Nachbarin aus Hall bei Admont angerufen.“ Schnell sei für ihn klar gewesen, dass er von der Bundeshauptstadt zum Ferienhaus fahren müsse, um sich selbst ein Bild von den Schäden zu machen. „Mehrere Bäume sind auf unseren Garten gefallen, nur knapp am Haus vorbei.“

  • Ein Bundesheer-Hubschrauber beim sogenannten Downwash in Hall bei Admont
    Ein Bundesheer-Hubschrauber beim sogenannten Downwash in Hall bei Admont

Die Behörden haben wegen weiterer Bäume, die unter der Schneelast umstürzen könnten, die Evakuierung des Hauses angeordnet. „Momentan sind wir mit einem blauen Auge davongekommen, aber es ist unklar, was die nächsten Tage kommt“, sorgte sich Perry. Eine Alouette 3 des Bundesheeres versuchte am Freitagvormittag, den Schnee von dem Bäumen hinunterzuwehen (siehe Video oben). Das sei aber nur bedingt geglückt, meinte der Wiener. An einigen Ästen sei der Schnee festgefroren. Eine stärkere Maschine sollte nun zum Einsatz kommen.

Rotorblätter der Hubschrauber wehen den Schnee von den Bäumen
Oberst Michael Bauer vom Bundesheer zeigt auf seiner Twitter-Seite, wie sogenannte Downwashs von oben bzw. vom Boden aus betrachtet aussehen. Dabei wird mit dem Wind, den Rotorblätter von Hubschraubern erzeugen, der Schnee von den Bäumen geblasen.

Hochspannungsleitung getroffen, Reparaturarbeiten zu gefährlich
Aber nicht nur Perry leidet unter den Schneemassen. In Hall bei Admont wurde eine zentrale 110-kV-Hochspannungsleitung von unter der Schneelast umgestürzten Bäumen getroffen. Die Reparaturarbeiten sind derzeit zu gefährlich. Weitere Bäume drohen umzustürzen. „Die Situation vor Ort ist für die betroffenen Monteure zu gefährlich. Hubschrauber sind im Einsatz, um aus der Luft Unterstützung zu leisten und Schnee von den Bäumen zu entfernen“, teilte die Energie Steiermark am Freitagvormittag mit.

  • Symbolbild
    Symbolbild

Bilder von den Schneemassen in großen Teilen Österreichs:

  • In Teilen der Steiermark, Ober- und Niederösterreichs sowie Salzburgs gilt weiterhin die höchste Lawinenwarnstufe 5.
    In Teilen der Steiermark, Ober- und Niederösterreichs sowie Salzburgs gilt weiterhin die höchste Lawinenwarnstufe 5.
  • Ein Mann bei der Schneeräumung im steirischen Vordernberg
    Ein Mann bei der Schneeräumung im steirischen Vordernberg
  • Ein eingeschneites Elektro-Auto in Vordernberg in der Steiermark
    Ein eingeschneites Elektro-Auto in Vordernberg in der Steiermark
  • Der Vordernberger Bach
    Der Vordernberger Bach
  • Die Schneemassen stellen auch die Beschäftigten am Salzburger Flughafen vor große Herausforderungen.
    Die Schneemassen stellen auch die Beschäftigten am Salzburger Flughafen vor große Herausforderungen.
  • Eine Messeinheit zeigt 40 cm gefallenen Schnee in der Stadt Salzburg.
    Eine Messeinheit zeigt 40 cm gefallenen Schnee in der Stadt Salzburg.
  • Ein verschneites Auto
    Ein verschneites Auto
  • Schneeräumung der ÖBB bei Hieflau
    Schneeräumung der ÖBB bei Hieflau

500 Soldaten im Einsatz, weitere 1000 stehen bereit
Insgesamt sind in Österreich derzeit rund 500 Soldaten im Einsatz, weitere 1000 stehen laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der sich zum Abschluss der Regierungsklausur in Mauerbach bei allen Einsatzkräften bedankte, bereit. Er hoffe, dass kein neuer Schnee mehr komme. Dies dürfte sich aber nicht erfüllen: Nach der Schneepause am Freitag könnte sich die Situation bereits am Sonntag wieder zuspitzen.

 krone.at
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