Dutzende Signale

10.01.2019 13:29

Mysteriöse Radioblitze aus dem Weltall empfangen

Mysteriöse Radiowellen, die von weit außerhalb unserer Galaxie kommen, haben kanadische Forscher empfangen. Während eines Testlaufs mit dem riesigen und extrem leistungsfähigen Radioteleskop CHIME in der kanadischen Provinz British Columbia seien im Sommer ein Dutzend schneller Radioblitze gemessen worden, schildern die Astronomen in zwei Studien, die am Mittwoch im Fachblatt „Nature“ erschienen sind.

In einem Fall wiederholte sich das Radiosignal. Wie und wo die Signale entstanden, sei unklar. Schnelle Radioblitze (Fast Radio Burst - FRB) dauern nur wenige Millisekunden, können aber so viel Energie freisetzen wie unsere Sonne im Laufe von 10.000 Jahren. Entdeckt wurde das Phänomen 2007.

  • Künstlerische Illustration eines Radioblitzes
    Künstlerische Illustration eines Radioblitzes

Nachdem das CHIME-Teleskop nun voll einsatzfähig ist, könnten bis Ende des Jahres womöglich tausend solcher Radioblitze gemessen werden, erklärte Deborah Good von der University of British Columbia. Sie gehört zu den 50 Wissenschaftlern von fünf Forschungseinrichtungen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt sind.

  • Das Radioteleskop CHIME in Kanada
    Das Radioteleskop CHIME in Kanada

„FRBs werden wahrscheinlich in dichten, turbulenten Regionen von Gastgalaxien erzeugt“, sagte der an den Studien beteiligte Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill University. Mögliche Entstehungsorte sind Gaswolken, aus denen Sterne hervorgehen, oder stellare Explosionen wie eine Supernova.

Sich wiederholende Radioblitz sind Sonderfall
Sich wiederholende schnelle Radioblitze sind ein für die Wissenschaft besonders interessanter Sonderfall. Vor der Messung durch die kanadischen Forscher wurde das Phänomen sich wiederholender Radioblitze erst einmal im Jahr 2012 beobachtet. Es sei auszuschließen, dass die sich wiederholenden schnellen Radioblitze durch Katastrophen entstünden, bei denen ihre Quelle zerstört wird, betonte Tendulkar. „Ein FRB durch das Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch beispielsweise kann sich nicht wiederholen.“

Forscher glauben nicht an Alien-Botschaften
Rätsel geben den Astronomen auch von ihnen registrierte Radioblitze mit besonders großer Wellenlänge von knapp einem Meter auf. Dass es sich dabei um Botschaften von Leben in fernen Galaxien handelt, hielt Tendulkar allerdings für „extrem unwahrscheinlich“. „Als Wissenschaftler kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschließen“, sagte er. „Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf.“

 krone.at
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