Nicht selbst bauen!

Bombenentschärfer warnt vor Silvesterkrachern

Jedes Jahr zu Silvester werden zahlreiche Raketen in den Himmel geschossen und um Mitternacht erstrahlt dieser in allen Farben dank bunter Feuerwerke - ein Markenzeichen der Feierlichkeiten zum Jahreswechsel. Doch regelmäßig verletzen sich auch zahlreiche Menschen beim Entzünden oder Bauen von vor allem selbstgemachten Krachern. Der Wiener Bombenentschärfer Helmut Szagmeister warnt im City4U-Talk ausdrücklich davor, bei Silvesterraketen selbst Hand anzulegen: „Wenn man mit Böllern hantiert, ist das immer gefährlich.“

Helmut Szagmeister gehört zu einem der 21 Bombenentschärfer Österreichs und ist Fachmann im Gebiet der Pyrotechnik. Er hat bereits mit eigenen Augen gesehen, was selbstgebaute Böller und illegal in den Nachbarländern Österreichs erworbene Knallkörper bei falscher Handhabung anrichten können. „Die selbstgebauten Knaller entsprechen nicht der Norm, weil sie illegal zusammengebaut wurden. Ein Eigenbau kann nie die gewünschte und benötigte Qualität haben. Da passt es hinten und vorne nicht“, weiß´der 56-jährige Wiener.

Am häufigsten kaufen die Bastler pyrotechnische Gegenstände, die sie auseinandernehmen um daraus etwas mit noch größerem Effekt zu bauen. „Ich hatte einen Fall, bei der eine Dame eine Großzahl an Schweizer Krachern gekauft hat, um daraus einen Super-Böller zu bauen.“ Die Zahl jener, die sich ihre Kracher selbst bauen, geht jedoch seit einigen Jahren zurück. „Das Bewusstsein der Leute und auch der Jugendlichen hat sich verändert. Es wird mehr an die Sicherheit gedacht. Ein weiterer Grund ist natürlich auch, dass es heute eine viel größere Auswahl an pyrotechnischen Produkten gibt als früher“, weiß Szagmeister.

Das Problem, das es derzeit verstärkt in diesem Bereich gibt, ist der Erwerb von illegalen Böllern aus den Nachbarländern, die in Österreich nicht zugelassen sind. „Oft ist keine Beschreibung vorhanden oder sie ist nicht bebildert und in einer anderen Sprache. Dadurch kann es zu einer falschen Handhabung kommen, die vor allem zu Verletzungen an den Händen führt, zum Beispiel bei einer frühzeitigen Explosion. Aber auch Augenverletzungen kommen vor, zum Beispiel wenn Raketen in Schnee oder Erde gesteckt werden, weil das ist falsch“, betont der Entschärfer.

Für jene, die zu Silvester nicht nur die zahlreichen Feuerwerke beobachten, sondern auch selbst Raketen in den Himmel jagen wollen, hat Szagmeister einen Rat: „Ich kann nur davon abraten, illegale oder selbstgebaute Böller zu verwenden. Es ist gesetzeswidrig, gefährlich und strafbar. Man sollte pyrotechnische Produkte nur am österreichischen Markt kaufen, denn die sind genau geprüft worden.“

Dezember 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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