Unendlich variabel

27.12.2018 17:25

Digitale Ventilsteuerung: Revolution im Motor?

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Dass wir etwas dagegen unternehmen müssen, auch. Elektroautos allein werden den Planeten nicht retten, wir werden in Autos auf absehbare Zeit nicht völlig auf Verbrennungsmotoren verzichten können. Aber: Diese Verbrenner müssen sparsamer werden und weniger Abgas ausstoßen. Digitale Ventilsteuerung könnte bis zu 20 Prozent bringen, sagt ein britisches Unternehmen.

In Verbrennungsmotoren sorgen Ventile dafür, dass ein Gemisch aus Luft und eingespritztem Kraftstoff in den Brennraum gelangt und die Abgase nach dem Verbrennungsvorgang auch wieder ihren Weg heraus finden. Gesteuert werden sie über eine oder mehrere Nockenwelle(n), die mechanisch mit der Kurbelwelle verbunden sind und dadurch gedreht werden.

Gut für Kraftentfaltung, Verbrauch und Abgasverhalten ist eine variable Ventilsteuerung, die je nach Last und Drehzahl unterschiedliche Steuerzeiten erlaubt, wie auch unterschiedlichen Ventilhub (also wie weit die Ventile aufgehen). Dafür gibt es verschiedene Systeme, die serienmäßig alle mit Nockenwellen arbeiten. Ein hydraulisches System wurde in den USA Ende der 80er-Jahre eingeführt, scheiterte aber an technischen Problemen.

Digital und dadurch unendlich variabel
Völlig auf mit der Kurbelwelle verbundene Nockenwellen verzichten will Camcon Automotive. Die Briten entwickeln eine digitale Ventilsteuerung, genannt „Intelligent Valve Technology“, zu Deutsch intelligente Ventil-Technik. Stattdessen hat jedes Ventil eine eigene Nockenwelle, von der es bedient wird. Diese wird elektrisch bewegt und digital gesteuert.

Dadurch ist die Variabilität theoretisch unendlich, und zwar in jeder Hinsicht: Zeitpunkt der Ventilbewegung, wie lange es offen bleibt und wie weit es sich öffnet.

Camcon verspricht sich 15 bis 20 Prozent weniger Verbrauch im Vergleich zu einem konventionellen Benziner. Von einem Serienstart ist noch nicht die Rede, aber man darf hoffen, dass die Briten alle Hürden meistern - nicht nur, weil die EU gerade neue Emissionsziele beschlossen hat.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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