Skurriler Job

Immer weiße Weihnachten für Schneekugelhersteller

Seit 116 Jahren produziert die Familie Perzy im 17. Wiener Gemeindebezirk die Original Wiener Schneekugel. Obwohl es mittlerweile zahlreiche Nachahmer gibt, bleibt die Rezeptur des Originals, erfunden von Erwin Perzy I um 1900, ein Familiengeheimnis. Ururenkelin Sabine Perzy führt das Haus nun in der vierten Generation - gemeinsam mit ihren Eltern - und betont: „Jede Schneekugel wird auch heute noch in Handarbeit hergestellt und ist daher so einmalig, wie eine einzelne Schneeflocke.“

Seit vier Generationen stellt die Familie Perzy in Wien die Original Wiener Schneekugel her. Nachahmer gibt es bereits auf der ganzen Welt, doch der Unterschied ist dennoch groß: „Unsere Kugeln weisen im Gegensatz zu den anderen einen sehr natürlichen Schneefall auf“, sagt Sabine Perzy im City4U-Interview stolz. Um in die großen Fußstapfen ihrer Familie zu treten zu können, hat die 29-Jährige zwei Ausbildungen absolviert: Die Handelsschule sowie eine Lehre als Werkzeugbautechnikerin.

Vor allem zu Weihnachten sind die Schneekugeln besonders beliebt - immerhin kann man damit ein einzigartiges und persönliches Präsent verschenken. Denn Perzy geht auf Kundenwünsche ein und die haben manchmal ganz eigene Vorstellungen, welches Motiv sie von Schnee berieselt sehen wollen. „Manchmal ist es besonders schwierig, wenn sich der Kunde etwas in den Kopf gesetzt hat, was aber technisch einfach nicht umsetzbar ist“, beschreibt die Wienerin. Skurrile Kundenwünsche gab es bereits viele: „Penisse, eine Taucherin, die aus einer Amphore steigt oder auch sehr persönliche Dinge, die Kunden in eine Schneekugel gesetzt haben wollen, wie ein Verlobungsring.“

Sofern es technisch möglich ist, erfüllt die Familie Perzy aber auch jeden noch so skurrilen Kundenwunsch. Mittlerweile wird die Original Wiener Schneekugel sogar nach Amerika, Japan und in die arabische Welt exportiert. „Es ist sicherlich eine Herausforderung immer wieder neue Motive zu finden“, weiß Perzy. Im Moment wird mit neuen Technologien wie dem 3D-Druck experimentiert.

Sabine Perzy selbst hat „unzählige“ Schneekugeln zu Hause. Eine ist jedoch ihr Lieblingsstück: „Mein Papa hat mir ein Schloss in eine Schneekugel eingebaut und zu meinem 29. Geburtstag geschenkt.“ Seit vier Generationen liegt der künstliche Schnee fürs Wohnzimmer nun in der Hand der Perzys. Ob die nächste auch schon gesichert ist? „Im Moment sind mein Mann und ich erst drei Jahre verheiratet.“ Für alle, die noch ein persönliches Last-Minute-Weihnachtsgeschenk suchen: Der Webshop der Original Wiener Schneekugelmanufaktur ist noch bis 16. Dezember 2018 aktiv - danach geht es in die wohlverdiente Pause für die Mitarbeiter. Wer sich von der Arbeit der Familie Perzy überzeugen will, der sollte dem Schneekugelmuseum einen Besuch abstatten. 

Dezember 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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