Sein Idol ist Messi

06.12.2018 13:09

Terrorbande Taliban will diesen Buben zerstückeln

Ein afghanischer Bub mit dem Spitznamen „Kleiner Messi“ musste aus seiner Heimatstadt flüchten, nachdem die Terrorbande Taliban damit gedroht hatte, ihn „in Stücke zu schneiden“. Der mittlerweile siebenjährige Murtaza Ahmadi sorgte 2016 weltweit für Rührung, weil er sich aus einem Plastiksackerl ein Trikot seines großen Idols Lionel Messi gebastelt hatte. Als Belohnung durfte er kurze Zeit später den Kicker persönlich treffen und bekam von Messi einen Ball geschenkt. Nun wurde Murtaza wieder von den Kriegswirren eingeholt und befindet sich seit November mit seiner Familie auf der Flucht. Er konnte nicht einmal seinen Ball mitnehmen ...

Bis zu seiner Flucht hat der Bub in der Provinz Ghazni im Südosten Afghanistans gelebt. Als die Taliban im November eine Offensive in der Region starteten, flüchtete der kleine Murtaza mit seiner Familie in die Hauptstadt Kabul, wo man sich gemeinsam mit einer anderen Familie eine kleine Unterkunft teilt. Mit Murtazas Familie waren Tausende weitere Personen vor den Angriffen der Taliban geflohen. Augenzeugenberichten zufolge wurden Hunderte Menschen dabei getötet. Bei allen Opfern handelt es sich um Angehörige der ethnischen Gruppe der Hazara.

  • Murtaza Ahmadi traf sein großes Idol Lionel Messi.
    Murtaza Ahmadi traf sein großes Idol Lionel Messi.

„Wir werden ihn zerstückeln“
Als die sunnitischen Taliban die schiitischen Hazara im November ins Visier nahmen, bedrohten sie auch den kleinen Murtaza, der dank Messi relative Berühmtheit erlangte. Murtaza wurde deshalb sogar von den Taliban gesucht, um von seinen Angehörigen Lösegeld zu erpressen. Shafiqa Ahmadi, die Mutter des Kleinen, erklärte: „Sie sagten, dass sie, wenn sie ihn finden, ihn zerstückeln werden.“

Bub konnte nicht einmal seinen Ball mitnehmen
Als wenige Tage später Gewehrschüsse in der Nähe ihres Hauses zu hören waren, ergriff die Familie Hals über Kopf die Flucht aus Jaghori (siehe Google Maps oben). Das Söhnchen wurde mit einem Schal verhüllt, um nicht erkannt zu werden. „Wir konnten nichts mehr mitnehmen außer unsere Leben und das, was wir am Körper trugen“, sagte die Mutter. Zurückbleiben musste auch der von Messi signierte Ball.

  • Murtaza Ahmadi mit seinem von Lionel Messi geschenkten Ball
    Murtaza Ahmadi mit seinem von Lionel Messi geschenkten Ball
  • Murtaza Ahmadi mit dem von Lionel Messi signierten Ball
    Murtaza Ahmadi mit dem von Lionel Messi signierten Ball
  • Murtaza Ahmadi mit seinem von Lionel Messi geschenkten Ball
    Murtaza Ahmadi mit seinem von Lionel Messi geschenkten Ball

Murtazas Bilder gingen um die Welt
2016 gingen die Bilder von Murtaza und seinem selbst gebastelten Argentinien-Trikot, auf dem die Zahl 10 und der Name Messi zu lesen waren, um die Welt. Sogar Messi höchstpersönlich bekam Wind davon. Als der FC Barcelona Ende Dezember 2016 in Qatar ein Gastspiel gab, wurde auch Murtaza dorthin eingeladen. Er durfte in einem Freundschaftsspiel mit Messi als Ballbub einlaufen. Bereits zuvor bekam er handsignierte Trikots und den Ball geschenkt.

  • Lionel-Messi-Fan Murtaza Ahmadi
    Lionel-Messi-Fan Murtaza Ahmadi
  • Lionel-Messi-Fan Murtaza Ahmadi
    Lionel-Messi-Fan Murtaza Ahmadi

Bei den Taliban hat Sport prinzipiell einen sehr geringen Stellenwert. Jahrelang war das Fußballstadion von Kabul sogar eine der berüchtigtsten Hinrichtungsstätten des Regimes, das bis 2001 weite Teile Afghanistans beherrschte und in manchen Regionen noch heute für Angst und Schrecken sorgt.

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