Massiver Konzernumbau

26.11.2018 17:11

General Motors streicht gleich jede sechste Stelle

Im Zangengriff sinkender Nachfrage und steigender Ausgaben bei der Umstellung auf Elektroautos steht General Motors (GM) vor dem größten Umbau seit der Pleite in der Finanzkrise vor zehn Jahren. Insgesamt fünf Montagewerke sollen nach dem Auslaufen von Ladenhütern geschlossen werden, kündigte der größte US-Autobauer am Montag an. Auch zwei Fabriken für Verbrennungstechnik stehen auf der Kippe. Insgesamt 8000 Beschäftigte oder 15 Prozent der Belegschaft sollen das Unternehmen verlassen, jede vierte Managerstelle fällt weg.

„Wir passen die Kapazität der Realität am Markt an“, erklärte GM-Chefin Mary Barra. Vorrang hätten künftig elektrifizierte und selbstfahrende Autos. Die Gewerkschaft der US-Automobilarbeiter UAW kündigte entschiedenen Widerstand an. GM-Aktien legten um mehr als fünf Prozent zu.

  • Mary Barra
    Mary Barra

Erst im Oktober hatte der Konzern 50.000 seiner Beschäftigten in Nordamerika ein Abfindungsprogramm angeboten mit dem Ziel, dass 18.000 von ihnen das Unternehmen verlassen sollen. Hintergrund ist die sinkende Nachfrage nach Limousinen in den USA, die mit steigendem Kostendruck wegen der höheren US-Zölle auf Stahlimporte einhergeht. Letzteres habe bereits zu einer Milliarde Dollar (rund 881 Millionen Euro) Zusatzkosten geführt, hieß es.

Fokus auf Elektroautos und autonomes Fahren
Barra brachte das Sparprogramm nicht in Zusammenhang mit diesen Kosten, sprach aber von „Gegenwind“. General Motors steht zudem wie alle Autobauer unter Druck, viel Geld in die Entwicklung von Elektroautos und autonomes Fahren zu stecken. Die Ressourcen dafür sollen in den nächsten zwei Jahren verdoppelt werden.

Restrukturierung kostet bis zu 3,8 Milliarden Dollar
Bis Ende 2020 will General Motors jährlich sechs Milliarden US-Dollar (rund 5,3 Milliarden Euro) einsparen, erklärte der frühere Opel-Mutterkonzern. Die Kosten sollen dabei um 4,5 Milliarden Dollar sinken, die Investitionen von 8,5 auf sieben Milliarden Dollar im Jahr heruntergefahren werden. Das sei möglich, weil die Investitionen in neue Gelände- und Lastwagen schon abgeschlossen seien, erklärte Barra. Der Aufwand für die Restrukturierung bezifferte GM auf drei bis 3,8 Milliarden Dollar, die überwiegend in diesem und im nächsten Quartal anfielen. Diese Kosten will der Autobauer über Kredit finanzieren.

Auch die Rivalen Ford Motor und Fiat Chrysler bremsten bereits ihre Autoproduktion in den USA. Ford will nach einer Ankündigung vom April die Fahrzeugproduktion in Nordamerika fast komplett einstellen.

 krone.at
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