Viel Hightech an Bord

23.11.2018 09:48

Der neue Range Rover Evoque kommt mit 3 Zylindern!

Der Range Rover Evoque hat in den vergangenen sieben Jahren viel verändert. Zum einen war er der sprichwörtliche Lotto-Sechser für Jaguar Land Rover. Und zum anderen: Seit er präsentiert wurde, weiß man, dass ein SUV auch unendlich chic und stylisch sein kann. Er ist der David Beckham unter den SUVs, und die Victoria gleich dazu. Jetzt haben die Briten die zweite Generation präsentiert - samt einer dicken (bzw. eher schmalbrüstigen) Überraschung.

Eigentlich wollten wir gleich über das Design des Neuen sprechen, aber angesichts der vorgesehenen Motorenpalette müssen wir dem Antrieb den Vortritt lassen: Der Range Rover Evoque bekommt Dreizylindermotoren! Beim Vorgänger haben wie uns noch beklagt, dass kein Sechszylinder unter die Haube passt, und jetzt das! Dabei haben wir gehofft, mit den neuen Abgasnormen würde sich die Sache mit dem Downsizing schön langsam erledigen. Aber gut.

Also. Im Lauf des nächsten Jahres kommt der Range Rover Evoque also mit dreizylindrigen Varianten auf den Markt. Einerseits als reiner Verbrenner, andererseits als Plug-in-Hybrid, der besonders sparsam sein soll. Auf dem Papier ist er das sicher, auf die Realität darf man gespannt sein.

Aber es gibt auch größere Motoren, vierzylindrige Benziner und Diesel, alle mit 48-Volt-Mildhybrid-System (außer dem Einstiegsmodell mit 2WD-Antrieb und manuellem Getriebe). Herzstück des Mild-Hybridantriebs ist ein am Motor montierter riemengetriebener Startergenerator. Tritt der Fahrer bei weniger als 17 km/h das Bremspedal, wird der Verbrennungsmotor automatisch abgeschaltet.

Zum Marktstart bekommt der Evoque jeweils drei Benziner und Diesel. Der Zweiliter-Turbo-Benziner wird in den Leistungsstufen 200, 250 und 300 PS angeboten, mit 340, 365 bzw. 400 Nm. Die Zweiliter-Diesel leisten 150, 180 oder 240 PS und bieten 380, 430 oder 500 Nm Drehmoment. Die Benziner sowie die beiden stärkeren Diesel sind ausschließlich allradgetrieben und mit Neungang-Automatik erhältlich, der Basisdiesel optional. Als Basismodell bekommt er Frontantrieb und ein manuelles Schaltgetriebe. Obwohl er auf das Mildhybridsystem verzichten muss, ist er mit 5,4 l/100 km Normverbrauch der sparsamste Evoque. Und mit 1712 kg (DIN-Gewicht, ohne Fahrer) die leichteste Variante; der leichteste Allradler ist der kleine Benziner mit 1770 kg.

Jetzt aber: Das Design
Mehr als eine Dreiviertelmillion Menschen haben bisher einen Evoque gekauft, die meisten höchstwahrscheinlich wegen des tatsächlich sehr speziellen Designs, das wegen des großen Erfolges auch die folgenden Baureihen beeinflusst hat. Keine leichte Aufgabe, dieses so weiterzuentwickeln, dass man die Kunden dabei mitnimmt. Doch es ist gelungen. Einzig bei die Frontpartie war uns auf den ersten Blick zu sehr „Einheits-Land-Rover“, auf den zweiten Blick passt sie aber, mit ihren betont flachen, scharfen Matrix-LED-Scheinwerfern.

Heckansicht und Seitenlinie haben uns sofort überzeugt. Da ist der Evoque sehr stimmig in die Neuzeit übersetzt, mit flachen Heckleuchten, die sich ums Eck ziehen, vor allem aber mit den charakteristischen vorderen Kotflügeln, deren Rundung die von den Scheinwerfern ausgehende Linie nach oben durchbricht. Schulter- und Dachlinie laufen derart direkt auf einander zu, dass sie sich geschätzt schon gut zwei Meter hinter dem Fahrzeug treffen würden.

Verstärkt werden die Proportionen der Evoque-Karosserie durch betonte Schultern und kraftvoll ausgestellte Radkästen, in denen bis zu 21 Zoll messende Räder untergebracht sind. Die Türgriffe sind bündig in den Türen verborgen und fahren aus, wenn sie gebraucht werden.

Innenraum für ein gutes Gewissen
Natürlich gibt es den Evoque mit Lederausstattung. Doch Land Rover bietet auch „Premium-Alternativen“ an, in Gestalt technischer Gewebe, für die zum Teil Recycling-Kunststoff Verwendung findet: etwa das aus dem Range Rover Velar bekannte Kvadrat-Wollmischgewebe, Dinamica®-Velours oder Ultrafabrics™- und Eukalyptus-Gewebe.

Das stilvolle und aufgeräumte Interieur des neuen Evoque soll Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, wozu nicht zuletzt das Navitainmentsystem Touch Pro Duo mit zwei hochauflösenden Touchscreens beiträgt, das mit neuer, schnellerer Software bestückt ist.

Nicht größer - und doch mehr Platz!
Beim Übergang von der bisherigen zur neuen Modellgeneration hat der Range Rover Evoque die Abmessungen seiner Grundfläche praktisch nicht verändert. Das bedeutet jedoch nicht, dass er die gleiche Grundlage besitzt: Der neue Evoque baut auf der neuen Premium-Querplattform von Jaguar Land Rover auf. Sie besteht nicht nur aus unterschiedlichen Materialien, sondern verschafft den Passagieren im Innenraum auch mehr Platz. So führt der längere Radstand zu 20 Millimeter mehr Knieraum im Fond und einem Zuwachs an Unterbringungsmöglichkeiten.

Das größere Handschuhfach und die Ablage in der Mittelkonsole nehmen Handtaschen, Tablets und Flaschen auf. Um zehn Prozent auf 591 Liter wächst daneben das Volumen des Kofferraums. Hinzu kommt eine breitere Laderaumöffnung, wodurch jetzt auch zusammengeklappte Kinderwagen oder Golfschlägersets bequem ins Heckabteil passen. Für größere Transportaufgaben lässt sich die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rückbank umklappen. Dann bietet der Evoque 1383 Liter Kofferraumvolumen.

Volle Geländekompetenz
David Beckham beim Schlammcatchen? So ähnlich: Der Range Rover Evoque bringt soll natürlich eine Offroad-Kompetenz mitbringen, wie man sie von einem Land Rover erwartet. Dafür verfügt er über Allradantrieb „auf Abruf“. Das Steuerungssystem Terrain Response 2 erkennt, auf welchem Untergrund sich der Wagen befindet, und stellt alle wichtigen Fahrzeugsysteme entsprechend ein. Zur Leistungsfähigkeit des neuen Evoque trägt schließlich auch die von 500 auf 600 Millimeter verbesserte Wattiefe bei. Die intelligente aktive Fahrwerkssteuerung „Adaptive Dynamics“ soll eine optimale Balance aus Komfort und Agilität gewährleisten.

Neuartige digitale Rundumsicht
Der Range Rover Evoque verfügt optional über einen „smarten“ Innenspiegel, der sich auf Knopfdruck in einen hochauflösenden Bildschirm verwandelt und über die am Dach montierte Kamera einen ungehinderten Blick nach hinten ermöglicht. ClearSight nennt sich das.

Eine absolute Weltneuheit im jüngsten Range Rover Evoque hört darüber hinaus auf den Namen „Ground View“. Dahinter verbirgt sich eine Technologie, die die Motorhaube gewissermaßen durchsichtig macht. Denn dank Kamerabildern erhält der Evoque-Fahrer auf dem oberen Touchscreen am Armaturenbrett einen 180-Grad-Blick unter den Vorderwagen.

So verlieren enge Parklücken und hohe Bordsteine ebenso ihren Schrecken wie anspruchsvolles Gelände. Mit „Ground View“ macht Land Rover eine Technologie marktreif, die das Unternehmen 2014 unter dem Arbeitstitel „Transparent Bonnet“ erstmals vorgestellt hatte.

Der neue Range Rover Evoque ist ab sofort zu Preisen ab 40.800 Euro bestellbar. Der Marktstart ist für März 2019 angekündigt.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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