Vorbeugung, Betreuung

07.11.2018 06:00

Zuckerkrankheit betrifft die gesamte Familie

Gewichtsverlust, Harndrang, Durst und Müdigkeit - diese Symptome fallen Angehörigen meist früher auf als den Betroffenen selbst. Der Welt-Diabetes-Tag am 14. November steht deshalb im Zeichen der unterstützenden Familie.

Jeder elfte Mensch kämpft mit Diabetes. Somit haben eigentlich alle Österreicher in ihrem engsten Umfeld mit dem Thema zu tun, auch wenn es vielen nicht bewusst ist und oft das Wissen fehlt, um den Angehörigen zur Seite zu stehen. Experten der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) betonten in einem Pressegespräch in Wien, dass die Zuckerkrankheit vom Kindes- bis zum Greisenalter ganz spezielle Anforderungen an die Betroffenen stellt. Eine Familie, ausgestattet mit dem nötigen Gesundheitswissen, kann dann sowohl dem Erkrankten als auch nachfolgenden Generationen helfen.

Priv. Doz. Dr. Yvonne Winhofer-Stöckl, Stoffwechselexpertin an der Med Uni Wien betont: „Das heurige Motto zeigt klar, dass die Familie eine ganz wesentliche Rolle bei der Diagnose, Prävention und Therapie des Diabetes spielt. In diesem Umfeld kann das Leiden rechtzeitig erkannt, in vielen Fällen verhindert und gemeinsam besser bewältigt werden“.  Die Expertin weist auch auf den Risikofaktor Schwangerschaftsdiabetes hin: „Das Problem hat eine rasante Entwicklung genommen. Wir beobachten eine deutliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei gebärfähigen Frauen, mit schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind“.

Auch der Typ-1-Diabetes wird mehr. Insgesamt sind geschätzte 1.600 österreichische Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren von dieser Autoimmunerkrankung betroffen. Die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 1 wird sehr oft zu spät gestellt. Betroffene zeigen zwar oft schon Wochen vor der Diagnose die typischen, oben genannten Symptome. Diese werden aber in der Familie entweder nicht beachtet oder falsch interpretiert. Ein rechtzeitiger Besuch beim Haus- oder Facharzt könnte die Häufigkeit einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung deutlich senken.

Grundsätzlich gilt: „Ausgewogene Ernährung und Bewegung im gemeinsamen Alltag schützt jede Generation! Schließlich lassen sich durch gesunden Lebensstil bis zu 70 Prozent der Typ-2-Fälle vermeiden“, fügte Endokrinologin Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien und Präsidentin der ÖDG hinzu.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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