Mit voller Wucht

11.10.2018 08:30

Rekord-Hurrikan „Michael“ verwüstet Florida

Meterhohe Flutwellen, mächtige Windböen, strömender Regen: Hurrikan „Michael“ hat Florida am Mittwoch mit voller Wucht getroffen und im Nordwesten des US-Bundesstaates für extremes Wetterchaos und Zerstörung gesorgt. Das Nationale Hurrikanzentrum sprach von einem Rekordsturm in der Region. Laut Medienberichten gab es mindestens zwei Todesopfer.

Als „Michael“ am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nordwestlich des kleinen Ortes Mexico Beach mit Geschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern die Küste traf, fehlten ihm nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie fünf eingestuft zu werden. Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus der Stadt Panama City Beach waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen. „Es sieht so aus, als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen“, berichtete der republikanische Parlamentsabgeordnete Neal Dunn, der aus Panama City stammt.

Laut dem Nationalen Hurrikanzentrum (NHC) handelt es sich bei „Michael“ um den stärksten Wirbelsturm seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Monstersturm hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen. Die Behörden riefen Hunderttausende Menschen eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet zu verlassen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber. Such- und Rettungsmannschaften wurden in die besonders betroffenen Gebiete entsandt, um eingeschlossene Personen zu befreien.

„Historisches sowie gefährliches Ereignis“
Experten zeigten sich erstaunt, wie schnell der Hurrikan auf seinem Weg über den Golf von Mexiko an Stärke gewonnen hatte. „Bei der Beobachtung der Satellitenaufnahmen ist einem die Kinnlade heruntergeklappt“, sagte der Meteorologe Bon Henson vom Internetdienst Weather Underground. NHC-Chef Ken Graham betonte, es sei noch nie ein Hurrikan der Kategorie vier in der Region registriert worden. Es sei daher ein ebenso historisches wie gefährliches Ereignis.

Bei seinem Zug nach Nordosten schwächte sich der Hurrikan zu einem tropischen Wirbelsturm ab, blieb aber dennoch gefährlich. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) zog er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 Stundenkilometern durch den Süden des Bundesstaates Georgia. Das Hurrikanzentrum warnte vor Überflutungen durch heftigen Regen in Teilen Georgias, im Südosten Virginias sowie in South und North Carolina. In einigen Gebieten dort galten Tornadowarnungen.

„Michael“ ist nicht der erste Hurrikan, der in diesem Jahr Zerstörung an die US-Südostküste gebracht hat. Mitte September hatte „Florence“ vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht - dort war das Wasser vor dem nächsten Hurrikan noch immer nicht vollständig abgeflossen. Anders als „Michael“ war „Florence“ lediglich als Sturm der Kategorie eins an Land getroffen - mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde. Dennoch kamen infolge des Sturms Dutzende Menschen ums Leben.

 krone.at
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