Schießtrainerin:

„Frauen schießen beim ersten Mal meist besser“

Mit den Waffen einer Frau - dieser Satz bekommt bei Bianca Tomaselli eine ganz andere Bedeutung. Denn sie ist Schießtrainerin und lehrt ihren Schülern täglich den richtigen Umgang mit einer Pistole. Sie ist die einzige weibliche Lehrerin bei Euroguns im 14. Bezirk. „Eine Waffe ist nicht gefährlich. Gefährlich ist die Person, die dahinter ist“, sagt die 37-Jährige beim City4U-Besuch im Schießkeller.

Bianca Tomaselli kommt ursprünglich aus Vorarlberg, wo sie in der Sicherheitsbranche tätig war. Als diese Firma geschlossen wurde, wollte sie in Wien eigentlich nur einen Berufsdetektivassistenten-Kurs besuchen. „Da wurde mir vorgeschlagen, auch einen Personenschützer-Kurs zu machen. Zuerst dachte ich mir: ‘Ich als Mädel?‘ Doch ich bin eines Besseren belehrt worden. Dabei habe ich auch schießen gelernt und da bin ich schließlich hängen geblieben“, erzählt Tomaselli und ergänzt: "Hätte mir jemand vor sechs Jahren gesagt, dass ich einmal als Schießtrainerin arbeite, hätte ich es nicht geglaubt.

„Es ist nicht wie im TV“

Mittlerweile ist sie aber sehr zufrieden mit ihrem Job, nicht nur, weil sie eine leidenschaftliche Sportschützin ist, die „genug“ Waffen besitzt. „Es ist natürlich ein netter Flirtfaktor, weil die meisten sehr überrascht sind, dass plötzlich eine Frau als Trainerin vor ihnen steht“, schmunzelt Tomaselli. Als Frau brauche man sich aber nicht hinter den Männern verstecken. „Die Frauen schießen beim ersten Mal intuitiv meist besser als die Männer, obwohl die oft eine große Klappe haben.“ Viel Falsches würden neue Kunden auch in Hollywoodfilmen sehen. „Ich sage immer gleich, es ist nicht so wie im TV. Die Darstellungen sind meist sehr falsch. Deswegen will meine Familie auch nicht mit mir ins Kino gehen, da ich alle Fehler kommentiere.“

City4U schießt:

Die City4U-Redaktion hat es gewagt und zum ersten Mal ein Schießtraining absolviert. Frau Tomaselli erklärt bei einer Übung genau, wie man das Magazin mit Patronen füllt, die Waffe lädt und natürlich auch richtig hält. Das Stichwort „Finger lang“ ist hier von großer Bedeutung. Die sogenannte Beretta 71, eine kleine, leichte Waffe, dient dem Einstieg bevor man zur Glock 19 übergeht - die klassische Dienstwaffe in Österreich. Das Training zeigt, dass man die Kraft der Waffe nicht unterschätzen sollte - es gibt immer einen Rückstoß, der abgefangen werden muss. Wer ein Training bei Frau Tomaselli absolviert, der darf seine Zielscheibe danach mit nach Hause nehmen.

„Man sollte vernünftig mit Waffen umgehen“

„Es ist mir ein Anliegen, die Leute aufzuklären, dass Waffen nicht nur böse sind. Sie sind ein Arbeitsgerät und das Schießen ist ein Handwerk. Wenn man vernünftig damit umgeht, sollte es kein Problem geben“, meint die 37-Jährige. Wenn jemand etwas Böses anrichten wolle, dann würde er es sowieso tun, ob mit oder ohne Waffe. „Pistolen können Leid ersparen oder Leid anrichten. Ich hoffe aber, dass die Mehrheit Leid erspart.“ 

ACHTUNG: CITY4U WARNT VOR DEM GEBRAUCH VON WAFFEN! AUSSERHALB EINER ÜBUNG ODER FÜR DIE DIENSTLICHEN NUTZUNG - FINGER WEG!

Oktober 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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