Europaweite Folgen

10.08.2018 06:15

Streik bei Ryanair: Jeder sechste Flug abgesagt

Bei der irischen Billigfluglinie Ryanair hat der bisher härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Die Fluggesellschaft hat wegen der angekündigten Streiks in Deutschland, Belgien, Schweden, Irland und den Niederlanden jeden sechsten ihrer 2400 am Freitag bzw. Samstag geplanten Europa-Flüge abgesagt. Schwerpunkt ist Deutschland, wo wegen des auf 24 Stunden beschränkten Streiks der Vereinigung Cockpit 250 Flüge gestrichen wurden.

Vor allem am frühen Morgen wird dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flugzeug von einem deutschen Flughafen abheben, bestätigte ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Im Laufe des Tages finden dann einige Flüge mit Maschinen statt, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten.

  • Eine Maschine der Airline Ryanair am Flughafen Frankfurt-Hahn
    Eine Maschine der Airline Ryanair am Flughafen Frankfurt-Hahn

Auch Laudamotion betroffen
Der Streik der deutschen Ryanair-Piloten trifft auch die österreichische Tochter Laudamotion: Mehr als 20 Flüge ab Deutschland, die Ryanair für Laudamotion durchführt, werden am Freitag gestrichen. Österreich-Verbindungen seien nicht betroffen, hieß es von Laudamotion. Die betroffenen Passagiere wurden informiert.

Insgesamt rund 400 Flugstreichungen
Europaweit sind bei rund 400 Flugstreichungen rund 55.000 Passagiere betroffen, gut 42.000 von ihnen in Deutschland. Sie konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab.

Piloten fordern höhere Gehälter
Der Ausstand begann am Freitag um 3.01 Uhr und soll am Samstag um 2.59 Uhr enden. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. „Ryanair verkauft Tickets ab 39 Euro und macht gleichzeitig einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro“, sagte Gewerkschaftssprecher Janis Schmitt Freitagfrüh dem Bayerischen Rundfunk. „Da ist klar, dass die Zeche die Mitarbeiter zahlen.“ Die Piloten wollten gern „ein berechenbares Gehalt haben“ und nicht „das unternehmerische Risiko von Ryanair tragen“, sagte der VC-Sprecher. Die Gewerkschaft fordert vor allem eine andere Gestaltung des Gehalts. Derzeit bekommen die Piloten ein relativ geringes Grundgehalt, der variable Rest orientiert sich an den tatsächlichen Flugstunden.

Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, sie will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

 krone.at
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