Knochen als Hinweis

11.07.2018 16:36

Begann Walfang 1000 Jahre früher als angenommen?

Walfang wurde womöglich schon von den alten Römern betrieben und damit tausend Jahre früher als bislang angenommen: Darauf deuten jedenfalls 2000 Jahre alte Knochenreste von Grau- und Glattwalen hin, die Forscher in den Ruinen römischer Fischfabriken rund um die Straße von Gibraltar - einst das Zentrums der römischen Fischindustrie - gefunden haben.

Der Fund und die DNA-Analysen der Knochen (Bild unten) legen nahe, dass die beiden Arten bereits vor rund 2000 Jahren im Nordatlantik „verbreitet“ waren, berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“. Das wiederum könne bedeuten, dass bereits im Römischen Reich die Grundlage für eine „vergessene Walfang-Industrie“ gelegt worden sei.

  • In den runden Becken salzten die Römer Thunfische - und möglicherweise sogar Walfleisch - ein.
    In den runden Becken salzten die Römer Thunfische - und möglicherweise sogar Walfleisch - ein.

Bisher ging man davon aus, dass die im nördlichen Spanien und südwestlichen Frankreich lebenden Basken vor etwa tausend Jahren als erste im großen Stil Walfang betrieben. Der jüngste Knochenfund stellt diese Annahme jedoch infrage, so die Forscher.

Römer könnten auf gleiche Art gejagt haben
„Die Römer könnten die beiden Spezies auf dieselbe Art und Weise gejagt haben, wie es die Basken tausend Jahre später taten“, erläuterte die Wissenschaftlerin Ana Rodrigues. Damals seien Wale aus Ruderbooten mit Harpunen und Speeren gejagt worden.

Glattwale wurden zum großen Teil im östlichen Nordatlantik durch den kommerziellen Walfang ausgerottet, erklärten die Wissenschaftler. Heute gibt es nur noch etwa 500 atlantische Nordkaper, wie die Glattwale in der Region heißen - weniger als sechs Prozent der geschätzten ursprünglichen Population.

  • Ein Atlantischer Nordkaper
    Ein Atlantischer Nordkaper

Grauwale verschwanden laut den Forschern im Laufe der Zeit unter „immer noch mysteriösen Umständen“. Der jüngste Fund könnte dieses Rätsel lösen: Bisher war unklar, wieso der Grauwal bereits vor Beginn des Walfangs durch die Basken kaum mehr auftauchte. Womöglich waren es den Forschern zufolge die Römer, die dazu beitrugen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Storys

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).