Bei Rettung betäubt

11.07.2018 14:59

Ein Tag nach Rettung: Buben winken aus dem Spital

Es sind ergreifende Bilder, die jetzt die Welt erreichen: Einige der Buben, die in den vergangenen Tagen aus der überfluteten Höhle in Thailand gerettet wurden, sitzen im Krankenhausbett, tragen Mundschutz und winken fröhlich in die Kamera. Es ist das erste Video, das nach der Rettung der Kinder veröffentlicht wurde. Wie jetzt bekannt wurde, waren die Buben bei ihrer Bergung aus der Höhle nicht bei Bewusstsein. „Einige von ihnen haben geschlafen, einige von ihnen haben mit ihren Fingern gewackelt ... erschöpft, aber sie haben geatmet“, sagte ein thailändische Taucher, der nach eigenen Angaben der letzte Taucher war, der die Höhle verließ.

Bisher waren kaum Details über die hochriskante Rettungsaktion bekannt geworden. Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha hatte am Dienstag nach Abschluss der mehrtägigen Aktion gesagt, die Buben hätten ein Beruhigungsmittel verabreicht bekommen. „Es war ein leichtes Beruhigungsmittel, damit sie keine Angst haben“, sagte Prayut.

Auf einer Pressekonferenz im Krankenhaus in Chiang Rai am Mittwoch zeigten die Behörden die kurzen Aufnahmen auf einer Leinwand, auf denen die Buben in Krankenhausbetten zu sehen sind. Zu sehen sind auch die Eltern der Burschen, die ihren Kindern hinter einer Scheibe zuwinken. 

Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong lobte den „sehr guten mentalen Zustand“ der Burschen und ihres Trainers. „Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbracht haben, wo einer dem anderen hilft.“

Weitere Behandlungen geplant
„Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen", berichtete der Mediziner. Die ganze Gruppe - zwölf Burschen im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Trainer - sollen noch bis zu einer Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen. 
Deshalb können die Nachwuchsfußballer auch nicht zum WM-Finale am Sonntag in Moskau reisen, zu dem sie FIFA-Präsident Gianni Infantino eingeladen hatte. Die Ärzte versicherten aber, dass sie das Spiel im Fernsehen sehen könnten.

  • Einer der Dutzenden Retter verlässt nach seinem Einsatz die Höhle.
    Einer der Dutzenden Retter verlässt nach seinem Einsatz die Höhle.

Film über Rettung geplant
Die spektakuläre Rettung könnte bald auch auf der großen Leinwand laufen. Solch ein Film könne Millionen Menschen weltweit inspirieren, sagte Michael Scott, Geschäftsführer der US-amerikanischen Produktionsfirma Pure Flix Entertainment, in einer Videobotschaft auf Twitter.

„Tapferkeit ist unglaublich inspirierend“
„Die Tapferkeit und das Heldentum, das ich erlebt habe, sind unglaublich inspirierend, also ja, das wird ein Film für uns sein“, bestätigte Scott dem „Hollywood Reporter“. Pure Flix Entertainment mit Sitz in Scottsdale im Bundesstaat Arizona produziert Filme, die Jesus Christus und den christlichen Glauben hervorheben. „Es muss nicht unbedingt ein christlicher Film werden, nur ein inspirierender“, sagte Scott dem US-Branchenmagazin.

  • Jubel in Thailand über die Rettung der Buben
    Jubel in Thailand über die Rettung der Buben

Kampf gegen Wetter und Zeit
Das Jugend-Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non an der Grenze zu Myanmar von Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen wurde die Gruppe von Höhlentauchern gefunden. Die Rettung wurde zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison mit heftigen Regenfällen.

  • Ein Rettungswagen verlässt das Lager am Eingang der Höhle.
    Ein Rettungswagen verlässt das Lager am Eingang der Höhle.
  • Die Taucher begeben sich für die Rettungsaktion in die Höhle.
    Die Taucher begeben sich für die Rettungsaktion in die Höhle.

Rettung dauerte jeweils mehrere Stunden
Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team aus seinem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe durch die großteils überflutete Höhle sicher nach draußen zu bringen. Der Weg zurück an die Erdoberfläche dauerte jeweils mehrere Stunden. Keiner der Fußballer hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von Profis ins Schlepptau genommen wurden.

 krone.at
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