Höhere Lebensqualität

10.07.2018 13:09

Ganzheitsmedizin liegt im Trend

Akupunktur, Homöopathie, Aroma- und Phytotherapie, Ostheopathie - mittlerweile gibt es weltweit 1000 verschiede Anwendungen von komplementärmedizinischen Verfahren.

„Komplementärmedizin ist ein wichtiger Teil eines modernen Gesundheitssystems, sie ist effizient und kostengünstig bei der Vorbeugung und Behandlung chronischer Erkrankungen“, so Michael Frass, Präsident des Österreichischen Dachverbandes für ärztliche Ganzheitsmedizin (ÖDÄG), anlässlich des  „1. Österreichischen Tages der Ganzheitsmedizin“. 70 Prozent der Bevölkerung nehmen solche Angebote in Anspruch, bis zu  80 Prozent bevorzugben einer Umfrage des Karmasin-Institus zufolge eine Kombination mit der Schulmedizin.

„Ziel ist ein patientenorientiertes und faires Miteinander von konventioneller und komplementärer Medizin im Gesundheitssystem. Für esoterische Themen oder andere nichtmedizinische Quellen stehen wir nicht zur Verfügung“, betont Hannes Schoberwalter, Leiter des Referats für Komplementäre und Traditionelle Medizin der Ärztekammer für Wien. Auf eine scharfe Abgrenzung zu Alternativmedizin und gar Esotherik wird Wert gelegt. Die Ganzheitsmedizin stehe auf wissenschaftlich nachvollziehbaren Fundamenten. Viele Ärzte können eine entsprechende Weiterbbildung über ein erworbenes Diplom belegen: z. B. rund 4.300 in Akupunktur, etwa 730 in Homöopathie, etwa 400 in Neuraltherapie, fast 320 in Chinesischer Diagnostik und Arzneitherapie.

Bei der Frage nach Wirkungsstudien muss bedacht werden, dass die individuelle Reaktion der Patienten herkömmliche Erfolgsmessungen erschwert, es gibt aber sehr wohl Erfolgsbeweise. ZB. wurde 2015 in einem internationalen Journal eine Untersuchung veröffentlicht, in der 410 Patientinnen nach dem Zufallsprinzip neben der Standard-Krebstherapie entweder eine oder keine zusätzliche homöopathische Behandlung erhielten. Die Verbesserung des gesundheitlichen Allgemeinzustands war in der Homöopathie-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe, ebenso beim subjektiven Wohlbefinden. Eine 2016 veröffentlichte Analyse der Daten von Patienten mit Krebserkrankungen zeigte, dass eine homöopathische Behandlung eventuell nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern sogar einen Einfluss auf die Prognose haben könnte. Auch Patienten mit Verdauungsproblemen, Schlafstörungen, Hautkrankheiten, Schmerzen des Bewegungsapparates, Migräne und vielen psychosomatischen Beschwerden profitieren von komplementärmedizinischen Angeboten wie Ayurveda, Akupunktur, Neuraltherapie, manuelle Therapie/Ostheopathie, Pflanzenheilkunde und Homöopathie.

Die Forderung der Experten: Die Angebote müssen leistbar und zugänglich sein. Prof. Frass: „Unser Ziel ist es, Komplementärmedizin auf einem hohen Niveau für alle Bevölkerungskreise möglich zu machen durch die zunehmende Übernahme in den Honorarkatalog der Krankenkassen.“ Wie weit sich das beim derzeitigen Sparkurs umsetzen lässt, bleibt abzuwarten ...

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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