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10.08.2018 09:00

Nokia 6.1: Android ohne Schnörkel für 250 Euro

Nokia ist zurück. Unter dem Dach des neuen Markeneigentümers HMD Global erlebt die finnische Kultmarke gerade ein imposantes Comeback, lockt Nutzer mit preisgünstiger Hardware und Android ohne Bloatware. In der Mittelklasse fischt derzeit das Nokia 6.1 um die Gunst der Kunden. krone.at hat es sich angesehen.

Wer das Nokia 6.1 erstmals in die Hand nimmt, stellt fest: Das Gerät fühlt sich teurer an, als es ist. Ein mit scharfkantig-goldenen Kanten versehener Metallrahmen wird hier mit einer stabil wirkenden Alu-Rückseite kombiniert, um eine hochwertige Haptik zu erzeugen, wie man sie noch vor zwei Jahren schwerlich in der 250-Euro-Preisklasse gefunden hätte.

Ein Blick auf die Spezifikationen zeigt, dass der Hersteller auch beim Innenleben großzügig ist.

Nokia 6.1

CPU

Qualcomm Snapdragon 630: 8x 2,2 GHz

RAM

3 GB

Diagonale

5,5 Zoll (IPS)

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

Speicher

32 GB

microSD-Slot

bis 128 GB

Hauptkamera

16 Megapixel (F/2.0): Phase-Detection-Autofokus, Dual-LED-Blitz

Frontkamera

8 Megapixel (F/2.0)

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou

Maße

148,8 x 75,8 x 8,6 Millimeter

Akku

3000 mAh (lädt via USB-C)

Extras

Alugehäuse
Dual-SIM (SIM oder SD-Karte)
AndroidOne
Fingerscanner

Software

Android 8.1 (Android One)

Preis

ca. 250 Euro

Die von dem verbauten Mittelklasse-Chip gebotene Rechenleistung ist für den Alltag der allermeisten Menschen völlig ausreichend. Android wird flüssig dargestellt, Apps starten schnell, Multi-Tasking klappt in Kombination mit drei Gigabyte RAM problemlos. Einzig Spieler dürften sich hie und da etwas mehr Leistung wünschen.

In Zahlen erreicht das Nokia 6.1 im Benchmark-Vergleichstest ein Rating von 88.400 Punkten. Das entspricht dem, was man vom Snapdragon 630 erwarten darf. Die derzeit schnellsten Smartphones schaffen dreimal so viel, kosten aber auch das Dreifache.

Am Display haben wir ebenfalls nichts auszusetzen. Die Full-HD-Auflösung sorgt im Alltag für eine hinreichend scharfe Darstellung, die maximale Helligkeit reicht - wenn auch nicht unbedingt im prallen Sonnenlicht - auch für draußen. Die Farbdarstellung ist natürlich, die seitliche Ablesbarkeit gegeben. Alles in allem vollkommen okay für einen Preis von 250 Euro.

Schnappschuss-Kamera mit Zwielicht-Schwäche
Die Kamera macht ihre Sache ebenfalls besser, als man es noch vor einem Jahr von einem Gerät dieser Preisklasse erwartet hätte. Dank Phase-Detection-Autofokus wird recht flott scharfgestellt und ausgelöst. Die generelle Darstellungsqualität gefällt, vor allem bei hellem Tageslicht. Im Zwielicht lässt die Performance der Zeiss-Kamera etwas nach, hier macht sich auch schnell Bildrauschen breit. Obwohl es keine optische Bildstabilisierung gibt, hatten wir im Test selten Verwackler.

Die Frontkamera macht einen soliden Job und dürfte die Selfie-Bedürnisse der meisten User befriedigen. In Summe bietet das Nokia 6.1 eine brauchbare Schnappschuss-Kamera auf. Wer einen wirklichen Ersatz für die Kompaktkamera sucht, sollte sich aber bei teureren Modellen umschauen.

Ein besonderer Bonus des Nokia 6.1 ist - wie bereits angesprochen - die vergleichsweise hochwertige Verarbeitung. Beim Handling hätten wir uns aber etwas weniger scharfe Kanten am Gehäuserand gewünscht, überdies hat man es hier mit einem klassischen 16:9-Smartphone zu tun, das verglichen mit den zunehmend populären 18:9-Geräten den Nachteil hat, dass es etwas breiter ist und dadurch nicht ganz so gut in der Hand liegt.

Durchschnittlicher Akku, dankbare Software
Der Akku verhalf unserem Testgerät zu einer Nutzungsdauer, die im Bereich dessen liegt, was heute üblich ist. Einen Tag Betrieb - auch intensiveren - sollten die meisten Nutzer aus dem Nokia 6.1 schinden können, zwei oder mehr Tage hält der Akku des 5,5-Zoll-Geräts aber nur bei ausgesprochen sparsamen Naturen durch. Im Endeffekt wird er bei den meisten Nutzern wohl täglich geladen.

Ausgezeichnet gefallen hat uns im Test die Software am Nokia 6.1. Nicht nur, weil Android One den angenehmen Nebeneffekt hat, dass Updates direkt von Google verteilt werden und somit gleich auf dem Gerät installiert werden, sobald sie verfügbar sind. Sondern auch wegen der völligen Abwesenheit jeglicher Bloatware. Die einzige Nokia-App auf dem Gerät ist die Kamera - und die ist durchaus aufgeräumt und sauber gemacht.

Fazit: Das Nokia 6.1 bietet Oberklasse-Verarbeitung, eine für den Alltag der meisten Menschen vollkommen ausreichende Hardware-Power und eine solide Kamera zu einem vernünftigen Preis. Das schnörkellose und aktuelle Android ist ein Bonus, das heute vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäße Seitenverhältnis und das damit einhergehende Handling möglicherweise ein kleines Minus. Trotzdem: In Summe ist das Nokia 6 ein attraktives „Volks-Smartphone“, mit dem User, die nicht den allergrößten Wert auf die Foto- und Spieleleistung legen, sehr glücklich werden könnten.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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