Sommerhitze

13.06.2018 06:00

Medikamente immer kühl lagern!

In Österreich werden jedes Jahr 6,5 Millionen besonders temperaturempfindliche Arzneimittel abgegeben. Gerade an heißen Sommertagen müssen diese gekühlt werden, damit sie wirksam bleiben. Das bedeutet, dass die Lagertemperatur dieser medikamentösen „Kühlartikel“ bei maximal 8 Grad Celsius liegen darf.

Insulin für Diabetiker, Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Gelbfieber bei Reisen in die Tropen gehören zu diesen Medikamenten ebenso wie Dosieraerosole gegen Asthma und einige Augentropfen gegen Grünen Star.

 „Wir haben für die Medikamenten-Auslieferung speziell ausgestattete Lieferwägen und können somit temperaturempfindliche Ware bis ins hinterste Tal Österreichs bringen“, erklärt Monika Vögele, Generalsekretärin des Verbandes der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler PHAGO.  Privatpersonen rät sie: „Keine Sorge, wenn Sie Arzneimitteln kurze Strecken bei Sommerhitze von der Apotheke nach Hause transportieren. Aber Achtung, wenn Sie diese länger im Auto belassen. Studien zeigen, dass die Wirksamkeit bei über 40 Grad Celsius nicht mehr garantiert werden kann.“  Ist nichts anderes vermerkt, sollten Arzneimittel vor Licht und Feuchtigkeit geschützt bei 18 bis 25 Grad Celsius aufbewahrt werden.

Und das kann laut Österreichischer Apothekerkammer mit Medikamenten passieren:

· UV-Licht: Photoinstabile Wirkstoffe und auch Grundlagen wie ungesättigte Fette oder Öle zersetzen sich.

· Wärme: Hohe Temperaturen können die Wirkung von Arzneimitteln stark beeinträchtigen. Dies betrifft auch die mittlerweile sehr verbreiteten Arzneipflaster. Hitze verändert die Verteilung der Substanzen darin und den Gehalt der zur Freisetzung wichtigen flüchtigen Hilfsstoffe. Auch Dosieraerosole zur Behandlung von Asthma und andere treibgashaltige Medikamente vertragen weder direkte Sonne noch Temperaturen über 50 Grad Celsius. Die Behälter stehen unter Druck. Sie können undicht werden oder bersten. Grundsätzlich sollen Medikamente nicht längere Zeit im geparktem Auto liegen. Bei 30 Grad Außentemperatur wird es innen bis zu 75 Grad heiß.

· Kälte: Bei Medikamenten wie Insulin, die im Kühlschrank lagern, sollte dieser nicht mehr aber auch nicht viel weniger als +8 Grad Celsius (°C) haben. Denn auch niedrigere Temperaturen können zu Ausfällungen oder bei Insulinen sogar zu einer Wirkungsveränderung führen. Vor allem Langzeitinsuline verlieren durch zu niedrige Temperaturen ihren Depot-Effekt durch Umkristallisationsprozesse und senken nach einer Injektion den Blutzuckerspiegel ähnlich einem Kurzzeitinsulin.

· Frost: Medikamente nie ins Gefrierfach legen, denn das kann den Arzneistoff zerstören und unwirksam machen. Deshalb gehören Medikamente während des Fluges ins Handgepäck, weil es auch im Gepäckraum der Flugzeuge zu sehr tiefen Temperaturen kommen kann.

· Feuchtigkeit: Brausetablettenröhrchen und Tablettendöschen sind stets dicht zu verschließen

Ist nichts anderes vermerkt, sollten Arzneimittel vor Licht und Feuchtigkeit geschützt bei 18 bis 25 Grad Celsius aufbewahrt werden.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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