Von Balkon gestürzt

16.04.2018 11:15

Russischer Journalist wegen Syrien-Recherche tot?

Wurde ein weiterer russischer Journalist wegen gefährlicher Recherche zum Schweigen gebracht? Nach dem mysteriöser Todessturz von seinem eigenen Balkon gibt es dahin gehende Gerüchte, denn Maxim Borodin hatte über den Tod russischer Söldner in Syrien berichtet.

Sonntagfrüh starb der 32-jährige Borodin in einem Krankenhaus, drei Tage zuvor war er unter mysteriösen Umständen vom Balkon seiner Wohnung im fünften Stock eines Hauses im russischen Jekaterinburg gestürzt. Nachbarn hatten Borodin bewusstlos aufgefunden und die Rettungskräfte verständigt.

Männer in Tarnkleidung vor seiner Wohnung?
Am Tag vor seinem Tod hatte Borodin laut „The Times“ Freunden erzählt, dass Menschen in Tarnkleidung vor seiner Tür gewesen seien. Einer der Männer sei bewaffnet gewesen. Später habe er aber gesagt, dass es nur eine „Übung“ gewesen sei.

Bezahlte Kämpfer über Firma von Putin-Vertrautem?
Warum der Tod des 32-Jährigen kein Unfall oder Selbstmord gewesen sein soll? Der Journalist hatte über den Tod russischer Söldner in Syrien berichtet. Die bezahlten Kämpfer sollen über die private Militärfirma Wagner Group in den Bürgerkrieg entsandt worden sein. Hinter der Wagner Group soll Jewgeni Prigoschin stecken, der als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass unbequeme Journalisten in Russland unter ungeklärten Umständen ums Leben kommen. 

Organisationen wie Reporter ohne Grenzen schreiben deshalb auch von „einem mysteriösen Tod in Russland mehr“ und fordern „sorgfältige und unvoreingenommene Aufklärung“.

Allerdings wird eher bezweifelt, dass die Polizei den Hintergründen allzu gründlich nachgeht. Es wurde bereits bekannt gegeben, dass die Ermittler „keine Geschichte krimineller Natur“ hinter dem Todesfall sehen. Man gehe von einem Selbstmord aus. Die Wohnungstür Borodins sei schließlich von innen versperrt gewesen.

 krone.at
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