Bipolare Störung

12.04.2018 15:31

Mariahs Outing als Hoffnung für Patienten

Das Bekenntnis der Pop-Diva zu ihrer psychischen Erkrankung soll Betoffenen Mut machen, Hilfe zu suchen und sich nicht zu isolieren. Moderne Therapien gehen weit über alleinige Medikamentengabe hinaus und unterstützen bei der Bewältigung des Alltages.

In einer manischen Episode leiden die Patienten an Schlafstörungen, überfordern sich, sind euphorisch und distanzlos. Der Absturz in die Depression bringt sie an die Grenze ihrer psychischen Belastbarkeit, trübe Gedanken, Ängste, der Verlust des Selbstwertgefühls machen einen aktiven Alltag unmöglich: Eine bipolare Störung (früher „manisch depressive Erkrankung“) entsteht durch das Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn und veranlasst viele  Betroffene - etwa 3 % der Bevölkerung - sich zu isolieren, die Beschwerden geheim zu halten und erhalten daher auch keine oder nur unzureichende Therapie.

„Wir sind weder verrückt, noch müssen wir mit einer ,Schockdiagnose‘ leben“, rückt Stephanie Ehrmann von der Selbsthilfegruppe BIpolarHAPPY ihre Krankheit ins rechte Licht. „Es geht vielmehr darum, gezielt aufzuklären und bessere Früherkennung zu gewährleisten. Das würde nicht nur viel Leid, sondern dem Gesundheitssystem auch viel Geld ersparen.“ So ein Outing ist nicht einfach, weiß Stephanie Ehrmann aus Erfahrung. Sie ist einerseits froh darüber, dass die berühmte Sängerin über ihre Bipolarität spricht, ärgert sich aber auch über die Tabuisierung psychischer Krankeiten. Tatsächlich zählen besonders viele Künstler und Kreative zu den Patienten.

Als besonders erfolgreich hat sich die sogenannte Psychoedukation erwiesen, ein Programm, das es den Patienten ermöglicht, mit der bipolar affektiven Störung besser umzugehen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und mehr Lebensqualität zu erlangen.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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