Moderner Weltempfänger

15.04.2018 09:01

Teufel Radio 3sixty: Radio neu interpretiert

Radio - das klingt nach dem altmodischen Röhrenapparat, der bei Omi und Opi immer in der Küche stand. Dass es das nicht muss, beweist der deutsche Audiospezialist Teufel mit seinem Radio 3sixty. krone.at hat den „Weltempfänger des 21. Jahrhunderts“ getestet.

Das Radio 3sixty kommt im für Teufel typischen Look daher: schwarz (von den rot gummierten Standfüßen einmal abgesehen) und kantig. Untypisch dagegen die Materialwahl: Statt des sonst üblichen Chassis aus Aluminium setzt der Hersteller beim 3sixty auf ein Gehäuse aus Kunststoff plus Stoffüberzug auf der Oberseite. Das wirkt nicht ganz so edel wie gewohnt, macht sich dafür aber positiv im Gewicht bemerkbar: Mit 2,5 kg ist das Radio gut ein Kilogramm leichter als der etwa gleich große Boomster.

Raumfüllender Klang
Erst platziert, muss das 3sixty aber ohnehin nicht mehr bewegt werden. Dank namensgebendem 360-Grad-Sound sorgt es nämlich selbst von der hintersten Ecke aus noch für erstaunlich raumfüllenden Klang. Ermöglicht wird dies durch die hauseigene Dynamore-Technologie, bei der zwei Kegel den Sound der beiden nach oben ausgerichteten und jeweils 50 Millimeter großen Hochmitteltöner im gesamten Raum verteilen. Ein 90 Millimeter großer Downfire-Subwoofer sorgt dagegen für die nötigen Bässe.

Zusammen sorgen die Komponenten für den ebenfalls Teufel-typischen Klang mit spür- und hörbarer, aber nicht übertriebener Bassbetonung. Das kann sich künftig allerdings ändern: Die Möglichkeit des Klang-Feintunings war zum Testzeitpunkt noch nicht gegeben; Teufel hat jedoch bereits ein Update angekündigt, das es Nutzern ermöglichen soll, Höhen und Tiefen nach persönlichem Gusto einstellen zu können.

Klingt nach mehr
Ebenfalls per Update nachträglich angepasst werden soll die Lautstärkeregulierung. Statt 24 soll es in Bälde 32 Stufen geben, wodurch der sprunghafte Lautstärkeanstieg im unteren Bereich abgemildert werden soll. Gebrauch machen dürften von den oberen Stufen aber ohnehin nur Wenige: Bereits ab Stufe 4 sorgte der 2.1-Verstärker mit seinen drei Kanälen im Testumfeld, einem rund 30 Quadratmeter großen Wohn/Esszimmer, für mehr als ausreichend laute Beschallung. Die Ausgangsleistung liegt laut Teufel zwar nur bei 30 Watt, subjektiv klingt es aber nach deutlich mehr. Den maximalen Schalldruck gibt der Hersteller mit 95 Dezibel an.

Üppige Ausstattung
Üppig ist aber nicht nur der Klang, sondern auch die Ausstattung: Musik findet wahlweise klassisch mittels ausziehbarer UKW-Antenne auf der Rückseite oder dem seit Anfang April in Österreich im Pilotbetrieb befindlichen DAB+ ihren Weg auf das Radio. Häufiger Verwendung finden dürften allerdings die Möglichkeiten, das 3sixy mittels Internetradio, Spotify Connect oder Bluetooth 4.0 (aptX) zu „befüttern“. Sollte das immer noch nicht genügen, steht rückseitig auch ein Aux-Eingang für analoge Quellen zur Verfügung. Der direkt danebenliegende USB-Port soll künftig auch MP3- oder WAV-Dateien wiedergeben können, etwa von einem USB-Stick. Ansonsten eignet er sich, um Smartphone oder Tablet aufzuladen.

Nahbedienung
Die Bedienung erfolgt über die zwei gerasterten und klickbaren Drehräder am Gerät bzw. das große, dimmbare Display an der Front, das neben der Uhrzeit mittels ID3-Tag auch über Sender bzw. Titel informiert.. Eine App oder Fernbedienung gibt es leider nicht, was zumindest die erste Einrichtung (Datum, Uhrzeit, WLAN-Passwort etc.) weniger komfortabel gestaltet als man das aktuell vielleicht von anderen Geräten gewöhnt ist. Hat man seine Lieblings-(Internet-)Radiostationen aber erst einmal gesucht, gefunden und einer der fünf Sender-Speichertasten zugeordnet, gestaltet sich die weitere Bedienung recht bequem. Aufstehen und zum Gerät hingehen muss man aber trotzdem. Das gilt auch für das Aktivieren des integrierten Weckers, mit dem es sich zu zwei vorgegebenen Zeiten mit der gewünschten Musikquelle - beispielsweise der persönlichen Spotify-Playlist - in den Tag/die Nacht starten lässt.

Fazit: Für rund 280 Euro bietet Teufel mit dem Radio 3sixty ein kompaktes Gesamtpaket, das wenig Wünsche offenlässt - weder beim Sound noch der Ausstattung. Was dem Radio in puncto Anmutung fehlen mag (Stichwort Kunststoff), macht es durch seinen kraftvollen und klaren Klang wieder wett. Einzig die Bedienung könnte etwas komfortabler sein - zumindest eine einfache Fernbedienung mit den wichtigsten Funktionen wäre wünschenswert gewesen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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