Einbruchschutz

10.05.2018 09:00

Kein Zutritt: So sichern Sie Ihr Zuhause!

Experten sind sich einig: Eine ausgewogene und professionell aufeinander abgestimmte Mischung aus mechanischen und technischen Maßnahmen ist der wirksamste Einbruchschutz.

Die Sommerferien rücken schön langsam näher, der nächste Urlaub kommt bestimmt. Wer liebt es nicht, dann und wann die Koffer zu packen und dem Alltag für ein paar Wochen Lebewohl zu sagen. So schön (und notwendig) so ein Tapetenwechsel bisweilen auch ist, einen bitteren Wermutstropfen gibt es dabei leider immer: Wer seine Wohnung oder sein Haus länger unbeaufsichtigt lässt, muss befürchten, dass in der Zwischenzeit Besuch von äußerst ungebetenen Gästen droht.

Wie kann man sich schützen? Wenn es um Prävention, also Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Einbruchsdiebstählen ins eigene Wohnreich geht, gibt es eine einhellige Meinung: Wirksamen Schutz vor Einbrüchen erreicht man durch eine ausgewogene Mischung aus mechanischen und technischen Maßnahmen. Darin sind sich alle Experten einig - egal, ob man mit Kriminalbeamten der Polizei oder Fachleuten von privaten Sicherheitsfirmen spricht. Eine hochmoderne Alarmanlage allein ist eben nicht der Weisheit letzter Schluss. Eine massive Sicherheitstür ist wichtig - doch auch damit ist noch nicht alles getan.

Mechanische Maßnahmen
Zu den mechanischen Maßnahmen zählen alle Bauteile und Komponenten, welche die einbruchhemmende Wirkung erhöhen. Das sind einbruchhemmende Fenster und Türen mit den verschiedensten Zusatzausrüstungen sowie klassische Nachrüstprodukte wie Rollläden, Gitter, Panzerriegel usw. Häufig müssen gar nicht alle Teile des Hauses ausgetauscht werden. Oft reichen gezielte Nachrüstungen an neuralgischen Punkten - und das Haushaltsbudget bleibt einigermaßen im Rahmen.

Wer sich etwas näher mit dem Thema auseinandersetzt, stößt bald auf eine Fülle an technischen Fachbegriffen, bei der man als Laie schnell den Überblick verliert: Pilzkopfbeschläge, Griffolive, Zwillingsbolzenverschlüsse und tausend andere Vokabel aus dem Fachchinesischen. Wie sinnvoll sind all diese Komponenten?

Auf Widerstandsklasse achten
Zum Glück gibt es Widerstandsklassen, das macht die Sache deutlich übersichtlicher. Gemäß einer allgemein gültigen Norm werden nämlich Türen, Fenster und auch Rollläden in sechs verschiedene Klassen eingeteilt. Es handelt sich dabei um eine Art Schulnote für die Einbruchsicherheit. Unter der Abkürzung RC (engl. resistance class) kann man die Widerstandsklasse des jeweiligen Bauteils an einer einfachen Zahl ablesen: RC 1 bietet so gut wie keinen Schutz, während RC 6 für allerhöchste Sicherheit steht. Für den Privatbereich gilt eine Widerstandsklasse von 3 oder 4 als ausreichend sicher. Elektronische Maßnahmen In diese Kategorie fallen Sicherungseinrichtungen, die auf elektrischer bzw. elektronischer Basis funktionieren. Dazu zählen etwa Alarmanlagen, Videoüberwachungssysteme oder auch eine simple Gegensprechanlage.

Eine Studie in Salzburg hat kürzlich zu Tage gebracht, dass es sich, wenn die Alarmanlage losgeht, in 99 von 100 Fällen um Fehlalarme handelt. Starker Wind oder ein vorbeihuschendes Tier kann die Anlage irrtümlich auslösen. Dennoch empfiehlt die Polizei ausdrücklich den Einsatz von Alarmanlagen. Auf Einbrecher wirken diese nämlich immer noch deutlich abschreckender als z.B. Überwachungskameras.

Profis am Werk
Der erste Schritt auf dem Weg zu einer sichereren Wohnung ist jedenfalls der Gang zu einem ausgewiesenen Fachmann. Gerade beim Thema Einbruchschutz sind Profis und keine Billiganbieter oder Hobbybastler gefragt. Ein Sicherheitsexperte spürt zunächst alle Schwachstellen einer Wohnung auf und gibt danach Empfehlungen ab, wie die Sicherheitslücken zu schließen sind.

Was man sonst noch tun kann
Mechanische und technische Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus vermag man aber auch mit dem Befolgen von ein paar simplen Verhaltensregeln schon sehr viel zur eigenen Sicherheit beitragen. Manchmal helfen ganz einfache, geradezu selbstverständlich klingende Maßnahmen, um einen potenziellen Einbrecher von seinem Vorhaben abzubringen.

Gewöhnen Sie sich an, beim Weggehen immer alle Fenster, Terrassen- und Balkontüren zu schließen! Das klingt jetzt wirklich sehr banal - wird aber tatsächlich viel zu oft vergessen. Eine Nachlässigkeit, die von Einbrechern regelmäßig ausgenützt wird. Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster! Was für Fenster und Türen gilt, trifft natürlich auch auf die Alarmanlage zu. Wenn Sie schon eine installiert haben, dann sollten Sie diese auch jedes Mal einschalten, sobald Sie das Haus verlassen.

Nachbarschaftliche Hilfe
Eine gut funktionierende Nachbarschaft ist in vielerlei Hinsicht wertvoll. Zusammenhalt macht es Tätern deutlich schwerer. Wenn Sie außer Haus sind, ist zunächst jegliches Anzeichen von Abwesenheit zu vermeiden. Leeren Sie regelmäßig den Briefkasten und entfernen Sie Werbematerial an der Türe. Falls Sie für längere Zeit wegfahren, bitten Sie die Nachbarn, dies für Sie zu erledigen. Während der Ferienzeit kann bei der Post ein vorübergehendes Urlaubsfach eingerichtet werden.

Rollläden sollten tagsüber immer geöffnet sein. Wenn Sie am Abend ausgehen, lassen Sie das Licht brennen. Es gibt auch spezielle Zeitschaltuhren, die so programmiert werden können, dass bei Einbruch der Dämmerung das Licht im Haus angeht.

  • Symbolfoto
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Facebook & Co
Auch in den sozialen Netzwerken sind Hinweise auf eine längere Abwesenheit unbedingt zu vermeiden. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Einbrecher auf Facebook wertvolle „Tipps“ holen. Wenn Sie ein aktuelles Foto von Ihrem Urlaubsort posten, können sich die Übeltäter ziemlich sicher sein, dass gerade niemand zuhause ist.

Sollten Sie einen Garten haben, lassen Sie nichts herumliegen, was von Einbrechern in irgendeiner Weise genutzt werden könnte: Leitern, Kletterhilfen, Werkzeug usw. Auch sichtgeschützte Bereiche, in denen Täter ungestört hantieren können, gilt es zu entschärfen. Dazu zählt das Stutzen wuchernder Pflanzen oder das Ausleuchten dunkler Ecken in der Nähe von Türen und Fenstern.

Das Richtige tun
Es versteht sich von selbst, dass man den Wohnungs- oder Hausschlüssel niemals unter der Fußmatte oder im Blumenkasten hinterlegt! Wirklich wertvolle Dinge gehören in einen Tresor oder, noch besser, in ein Bankschließfach. Es gibt nämlich kein Versteck, das ein halbwegs erfahrener Einbrecher nicht finden würde.

Bevor Sie die Hauseingangstüre öffnen, benutzen Sie grundsätzlich jedes Mal die Gegensprechanlage. Und sollten Sie fremde Personen im Stiegenhaus antreffen, können Sie diese freundlich, aber bestimmt ansprechen. Zum Beispiel mit: „Suchen Sie jemanden bestimmten?“ oder „Kann man behilflich sein?“

Wenn Sie all diese Tipps befolgen, minimieren Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch in Ihr Zuhause bereits um ein Vielfaches.

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