Zukunft beginnt 2022

05.03.2018 21:41

VW ID Vizzion: Fährt autonom, reagiert emotional

Volkswagen macht auf Messen seit geraumer Zeit statt mit bahnbrechenden Neuheiten vor allem mit aufsehenerregenden Studien Furore, fast als wollten die Wolfsburger Zeit gewinnen. Nun schlagen sie das nächste Kapitel auf: Mit dem I.D. Vizzion zeigt die Marke Volkswagen am Vorabend des Genfer Autosalons das Konzept einer künftigen Oberklasselimousine, die dereinst nach Level 5 autonom fahren soll. Die Markteinführung kündigte Vorstandschef Herbert Diess aber schon für einen früheren Zeitpunkt an.

Es handelt sich bereits um die vierte "I.D."-Studie, mit 5,16 Meter Länge, 1,95 Meter Breite und 1,51 Meter Höhe ist es die bisher größte. Der Radstand ist mit 3,10 Meter besonders lang. Zwischen den 24-Zoll-Rädern befinden sich gegenläufig angeschlagene Türen, die sich elektrisch bis zu einem rechten Winkel öffnen. 

Die Stammmarke VW hatte ja mit Oberklasse-Fahrzeugen in der Vergangenheit nicht gerade durchschlagenden Erfolg. Das soll sich nun ändern, genauer gesagt ab dem Jahr 2022, das von Diess versprochene Jahr der Markteinführung.

Richtig spannend wird es dann 2025 bzw. 2030, denn erst „spätestens Mitte des nächsten Jahrzehnts“ soll es mit dem autonomen Fahren so weit sein, sagt Volkswagen, und bis 2030 soll das neue Bedienkonzept möglich sein.

Biometrie und künstliche Intelligenz
Die gesamte Bedienung ist visionär. Statt eines Autoschlüssels braucht der Fahrer nur sein Gesicht, das vom I-D. Vizzion gescannt wird. Auch die Passagiere werden virtuell abgetastet, damit ein hinterlegtes Profil abgerufen werden kann (z.B. Musik, Ambientelicht und Klima). Genauer gesagt gibt es nur Passagiere, denn ein Lenker ist beim vollautonomen Fahren nicht vorgesehen. 

Die Interaktion mit dem I.D. Vizzion erfolgt im dreidimensionalen Raum via Augmented Reality (Microsoft HoloLens). Außerdem ist das Fahrzeug dank künstlicher Intelligenz lernfähig und kommuniziert mit seinen Gästen über einen Host, der sogar empathisch reagieren soll. Kurz: Man bedient den Audi/Porsche/sonstiges mit Sprache und Gesten. Statt von einem Fahrzeug-Innenraum spricht Volkswagen von einer interaktive Lounge – Open Space genannt –, der einen individualisierbaren, mobilen Lebensraum darstellen soll.

Je nach Reise-Modus werden die Scheiben elektrochemisch verdunkelt und störende Umweltgeräusche durch Active-Noise Cancelling ausgeblendet. Über Sensoren von Fitness Trackern und der HoloLens (Health Function Screening) erkennt die Studie verschiedene Vitalwerte seiner Gäste und steuert auf dieser Basis die Klimatisierung.

LED-Matrix-Scheinwerfer mit 8000 Pixeln
Auch das Licht bringt Volkswagen in eine völlig neue Dimension: Die HD-Matrix-Scheinwerfer arbeiten mit 8000 Pixeln, wodurch sie nicht nur eine Blendung des Gegenverkehrs verhindern sollen, sondern Symbole und Anzeigen vor den Wagen projizieren können. Etwa einen virtuellen Zebrastreifen, der Passanten signalisiert, dass der automatisiert fahrende I.D. Vizzion sie erkannt hat und anhält, damit sie sicher die Straße überqueren können. Außerdem sollen "blickende" Scheinwerfer den Eindruck eines intelligenten Wesens vermitteln.

Hinten zieht sich ein weißer LED-Streifen ums Eck, ein roter leuchtet als Heck- ebenso wie als Bremslichter. Das mittlere „dritte“ Bremslicht ist die Heckscheibe selbst, denn diese ist zugleich ein riesiges OLED-Display; mit zunehmender Bremsintensität vergrößert sich das Bremslicht interaktiv von unten nach oben.

Elektroantrieb mit hoher Reichweite
Den Antrieb bestreiten zwei Elektromotoren, die zusammen 225 kW/306 PS leisten. Ein 75-kW-Aggregat sitzt an der Vorderachse, ein doppelt so starkes an der Hinterachse. Die Akkukapazität wird mit 111 kWh angegeben, was eine Reichweite von 665 Kilometer ermöglichen soll. Die Fahrleistungen werden mit 180 km/h Spitze (abgeregelt) und 6,3 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h angegeben.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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