Psycho-Thriller

10.01.2018 14:40

Schuld und Sühne: „The Killing of a Sacred Deer“

Mit "The Lobster" hatte der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos einen der ungewöhnlichsten und in seiner Eigenartigkeit besten Filme der vergangenen Jahre vorgelegt. Mit "The Killing of a Sacred Deer" (Kinostart: 12. Jänner) legt der Filmemacher nun eine griechische Tragödie im mehrfachen Sinne ab - eine wuchtige Metapher in absoluter Starbesetzung.

Hatte Lanthimos für den 2015 erschienenen "Lobster" noch ein eigenes, dystopisches Universum entworfen, ist "The Killing of a Sacred Deer" nun ein hochfokussiertes Kammerspiel. In dessen Zentrum stehen der Chirurg Steven (nach "Lobster" erneut Colin Farrell in der Hauptrolle) und seine Familie, die sich wie bei der antiken Tragödie einem unlösbaren Dilemma gegenüber sehen.

So starb vor Jahren auf Stevens Operationstisch der Vater des Teenagers Martin (Nachwuchsschauspieler Barry Keoghan), mit dem sich der Chirurg - wohl auch aus Schuldgefühlen - angefreundet hat. Aus dem scheinbar brüderlichen Verhältnis wird jedoch alsbald ein Machtspiel in Thrillerqualität, als Stevens Kinder aus unerklärlichen Gründen mit einem Male gelähmt sind, was auch Mutter Anna (Nicole Kidman) droht. Wenn er nicht als Ausgleich für den Tod des Vaters eines seiner eigenen Familienmitglieder opfert, sind alle dem Untergang geweiht, so Martins lakonische Erklärung.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Die griechische Tragödie liegt Regisseur Yorgos Lanhimos im Blut. Wie er Machtmechanismen, archaische Mythen - der Filmtitel bezieht sich auf die grausame Mär rund um Iphigenie -, und staubtrockene Ironie zu einer jazzigen, in der Gegenwart angesiedelten Horrorgroteske verpanscht, ist ebenso verstörend wie raffiniert - und zudem top besetzt.

 krone.at
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