Politiker und ihre Gehälter

Das freie Wort
Laut Bericht der „Krone“ beziehen unsere Politiker im Vergleich zu anderen Ländern äußerst hohe Gehälter. Es ist schon in Ordnung, wenn für staatstragende Funktionen adäquate Gehälter bezahlt werden, denn entsprechend geringer wird die Gefahr der Empfänglichkeit für die Annahme von korrupten Angeboten. Allerdings stellt sich schon die Frage, ob es unverhältnismäßig hoch ist, wenn der österreichische Kanzler um 80.000 Euro mehr als die deutsche Kanzlerin verdient. Der Bundespräsident, der ja überwiegend nur repräsentative Aufgaben zu erfüllen hat, bekommt gleich viel wie der US-Präsident, der allerdings auch das Land zu regieren hat. Es ist bei uns eben wie in den meisten Bereichen eines kapitalistischen Systems: Die Spitze verdient unverhältnismäßig viel, der Mittelstand gleitet immer mehr in die Armutsnähe, und die Ärmsten können sich das Leben kaum mehr leisten. Irgendetwas stimmt da nicht, und es wird auf Dauer gesehen zu einem Unmut führen, der unser Sozialsystem infrage stellt und den sozialen Frieden gefährdet. Es muss also oberste Priorität sein, dass die gut bezahlten Politiker darauf achten, dass die Schere von Arm und Reich nicht immer weiter auseinandergeht. Sie könnten mit gutem Beispiel vorangehen und die Spitzengehälter in öffentlichen Ämtern senken. Auch die unmoralisch hohen Gehälter von Managern in öffentlichen und staatsnahen Betrieben sollten entsprechend reguliert oder zumindest höher besteuert werden. Damit würde auch dem vielfach geforderten Sparwillen in der Verwaltung nachgekommen werden.


Franz Unterholzner sen.,Salzburg
erschienen am Sa, 13.1.