Kein Patriotismus im Skisport

Das freie Wort
Skiübertragungen sorgen in Österreich für Quotenhits im TV. Der Höhepunkt ist bei den Olympischen Winterspielen, vom 4. bis 25. Februar 2018, im südkoreanischen Pyeongchang zu erwarten. Nirgendwo wird so viel Geld in den alpinen Skisport gesteckt wie in Österreich. Die Erfolge in den letzten Jahren sind aber zum überwiegenden Teil unserem einzigen Siegläufer und Superstar Marcel Hirscher zu verdanken, der in den letzten Jahren viele Schwächen des ÖSV-Teams kaschiert hat. Alles, was dahinter steht, ist nur guter Durchschnitt, der sich auch hin und wieder über einen Sieg freuen darf. Reporter und Journalisten wollen uns immer wieder suggerieren, dass die patriotischen Skifahrer nur für Österreich fahren. Nationaldenken im alpinen Skisport entbehrt jeder Logik und wird nur von Sportreportern, Co-Kommentatoren und Journalisten in den Vordergrund gestellt. Im Grunde genommen fährt jeder für sich, der Zimmerkollege und Teampartner auf anderem Skimaterial ist erster Konkurrent. Man fährt für seine Gage, seine Skifirma, für die Schuh- und Bindungsfirma, Werbeverträge und Privatsponsoren, mit denen alle, sogar die Co-Kommentatoren, vollgepflastert sind. Erst dann kommt irgendwann einmal Österreich. So schaut…s aus, aber das ist weltweit bei allen Profisportarten so der Fall. Trotz allem wünschen wir unserem Olympiateam in Pyeongchang alles Gute, viel Erfolg und viele Medaillen.


Josef Klepits,Oberwart
erschienen am Sa, 13.1.