Unschöner Wahlkampf

Das freie Wort
Der Wahlkampf geht nun (welch gute Nachricht) dem Ende zu. Es geht aber nicht um den Wahlkampf als solchen, sondern um den Weg, den eine zukünftige Regierung in den nächsten fünf Jahren gehen will. Christian Kern hat bereits im Jänner 2017 in seinem Plan A klare Ziele formuliert. Anders verhält es sich mit seinen politischen Mitbewerbern. Diese haben viel später - und das auch nur scheibchenweise - ihre Vorhaben präsentiert. Als sie erkennen mussten, dass sie damit ins Hintertreffen geraten sind, haben sie sehr geschickt und erfolgreich ihre Strategie abgeändert. Mit starker medialer Unterstützung wurde von den Plänen abgelenkt und ein anderes Thema in den Fokus gestellt. Zwei bis dahin völlig unbekannte Facebook-Seiten mit fragwürdigen Postings wurden ins Zentrum der Berichterstattung gerückt. Und mit einigem Bohren sind Beiträge aufgepoppt, die in einem Wahlkampf eigentlich nichts verloren haben sollten. Der Ordnung halber muss aber auch festgehalten werden, dass nicht nur unschöne Beiträge gegen Kurz vorzufinden waren, sondern ebensolche gegen Kern. Und die ÖVP nützt das ohne Genierer. Alles dreht sich nur noch um die Wahlkampfgestaltung, aber nicht mehr um Inhalte, die eigentlich einen Wahlkampf ausmachen sollten.


Heinz Lehner,Wien
erschienen am Fr, 13.10.