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Jahrhundertfrost
Bioweine: Die Regale sind schon leer

Die Nachfrage nach Biowein ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert: Wurde 2007 in der Steiermark noch auf 30 Hektar Naturwein angebaut, sind es heute bereits 600 Hektar. Umso bitterer der aktuelle Blick in die Weinkeller: Die Regale sind so gut wie leer, die alljhrliche Jahrgangsprsentation wurde abgesagt.

Was sollen wir verkosten, wenns nichts zu verkosten gibt?", sagt Biowein-Pionier Otto Knaus aus Sulztal. An die 150 verschiedenen Weine werden bei der groen Jahrgangsprsentation in der Sdsteiermark in der Regel aufgeboten, davon kann man heuer aber leider nur trumen: "Zwei, drei Bauern htten vielleicht mitgemacht, in Summe aber viel zu wenige, um den Gsten etwas bieten zu knnen", betont der Winzer, der die Veranstaltung in den letzten Jahren organisiert hat.

Dass der Frost die Biobauern noch weit hrter als ihre Kollegen mit konventionellem Anbau getroffen hat, liegt in der Natur der Sache: "Ein ,normaler Winzer kann auf einem Hektar mit einem Ertrag von 10.000 Kilo rechnen, bei uns sind es gerade einmal 3000", wei Knaus. Fr die stetig grer werdende Kundenschar bedeutet das nichts Gutes: "Wir haben gerade einmal fnf Prozent der Ernte einfahren knnen. Ich denke nicht, dass ich mit dem Wenigen berhaupt ber die Buschenschank-Saison komme, von greren Verkufen ist sowieso keine Rede", sagt der 50-Jhrige.

Griss um Bio-Schilcher
Ein hnliches Trauerspiel herrscht am Weingut Herrgott in St. Stefan ob Stainz: "Wenn ich nicht nebenbei arbeiten wrde, ginge nach so einem Ereignis gar nichts mehr. Wir hatten mehr als 95 Prozent Ausfall", ist auch Juniorchef Christian Strohmaier schwer gezeichnet. Bereits 2008 lieen sich die Weststeirer Demeter-zertifizieren, ihr Bio-Schilcher ist uerst hei begehrt: "Wir mussten uns in der Region viele Jahre als Spinner schimpfen lassen. Heute knnte ich meinen Weinkeller fnfmal verkaufen", schmunzelt der 31-Jhrige. Die groe Hoffnung aller Betroffenen: "Dass das Wetter heuer mitspielt und eine frhe Lese mglich ist."

Barbara Winkler, Kronen Zeitung