40.000 Dauerpltze?
Merkel: "EU verkraftet doppelt so viele Migranten"

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel untersttzt den Vorschlag des UNO-Flchtlingshilfswerks, mehr Flchtlinge als bisher geplant dauerhaft in der EU aufzunehmen. Sie zeigte sich am Freitag dafr offen, die Zahl der europaweit zugesagten Pltze von 20.000 auf 40.000 zu verdoppeln. Das sei eine Zahl, die "eine Europische Union mit 500 Millionen Einwohnern wohl verkraften kann", so Merkel. Voraussetzung sei fr sie allerdings, die illegale Zuwanderung besser in den Griff zu bekommen.

Im Rahmen des Umverteilungsprogramms der Vereinten Nationen hatten sich die Mitgliedsstaaten der EU vor einigen Jahren zur Schaffung von 20.000 Dauerpltzen fr Flchtlinge aus Syrien verpflichtet. Davon sollen 1600 Menschen nach Deutschland kommen. Merkel versicherte nun fr ihr Land, "dass wir bereit sind, unseren Teil zu tragen". Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Aufnahme von Flchtlingen im Rahmen des EU-Abkommens mit der Trkei, wo Deutschland bereits in Vorleistung gegangen sei.

Angela Merkel APA/AFP/STEPHANE DE SAKUTIN, APA/AFP/Rene Gomolj

Mehr Geld in Aussicht gestellt
Merkel stellte fr die Bewltigung der Flchtlingskrise zudem mehr Geld in Aussicht. Deutschland knne dem UNO-Flchtlingshilfswerk (UNHCR) und der Internationalen Organisation fr Migration (IOM) im laufenden Jahr bis zu 50 Millionen Euro zur Verfgung stellen, sagte sie am Freitag in Berlin. "Am Geld darf diese Arbeit nicht scheitern", betonte die Kanzlerin nach einem Treffen mit dem UNO-Flchtlingshochkommissar Filippo Grandi und dem IOM-Generaldirektor William Lacy Swing. Merkel mahnte jedoch, vor allem das Problem der illegalen Migration aus Libyen stelle eine Herausforderung dar.

Der Zustrom von Flchtlingen aus Afrika nimmt massiv zu. AFP (Archivbild)

Italien fordert mehr Untersttzung durch EU-Partner
Angesichts der Ankunft Tausender Flchtlinge aus Afrika verlangt Italien eine wirksamere Untersttzung durch die EU-Partner. UNO-Flchtlingshochkommissar Grandi bezeichnete am Freitag die Rettung und Unterbringung der Flchtlinge als "Problem von internationaler Bedeutung - und nicht nur Italiens".

Grandi sagte, es gebe nun zunehmend auch Libyer, die ihr Land auf Flchtlingsschiffen Richtung EU verlieen. Bisher galt Libyen vor allem als Transitland fr Flchtlinge aus anderen afrikanischen Lndern. Wenn die neue Entwicklung ein Trend werde, msse die internationale Gemeinschaft handeln, so Grandi. In Libyen gebe es rund 200.000 Binnenvertriebene, etwa 100.000 weitere seien krzlich in das Land zurckgekehrt. IOM-Chef Swing betonte, seine Organisation werde weiterhin Migranten in Libyen und dessen Nachbarstaaten untersttzen.

Aufgegriffene Migranten im Hafen der libyschen Hauptstadt Tripolis AP

Merkel zu mglichen Hotspots in Libyen zurckhaltend
Zurckhaltend uerte sich Merkel zu dem franzsischen Vorschlag, Hotspots fr Flchtlinge in Libyen einzurichten. Es sei darauf zu achten, "dass dies nicht ein Faktor ist, der die Menschen ermutigt, die gefhrliche Reise durch die Sahara anzutreten", sagte die Kanzlerin. Durch die Registrierungsstellen fr Flchtlinge will Frankreich Menschen ohne Chancen auf Asyl davon abhalten, die berfahrt ber das Mittelmeer anzutreten.

Redaktion
krone.at