User zu Toni Sailer:

17.01.2018 16:37

„Pietät- und geschmacklos, einem Toten gegenüber“

Toni Sailer, damals ÖSV-Sportdirektor und als solcher beim Alpin-Weltcup in Zakopane anwesend gewesen, wurde von einer polnischen Prostituierten der Vergewaltigung bezichtigt und von der Polizei festgenommen. Offenbar nach Interventionen von höchster österreichischer Stelle wurde die Skilegende wieder freigelassen. In weitere Folge kam es zu keiner Anklage, zumal keine ausreichenden Beweise vorlagen. Die Reaktionen unserer krone.at-Leser haben nicht lange auf sich warten lassen, nachdem dieser Vorfall von Medien wieder aus der Versenkung geholt worden war.

Die angebliche Vergewaltigung einer polnischen Nebenerwerbs-Prostituierten im Jahr 1974 hat Sailer immer bestritten. Es gibt sogar Zeugenaussagen aus der Nacht, wonach ihm eine Falle gestellt worden sei. Dennoch haben es sich nun Medien wie der "Standard, "Dossier" und Ö1 nicht nehmen lassen rechtzeitig vor dem Kitzbühel-Rennen darüber zu schreiben. Die Jagd nach den Quoten scheint wohl auch vor einer österreichischen Legende keinen Halt zu machen.

User Charly911 spricht vielen krone.at-Lesern aus der Seele und fasst die aktuellen Diskussionen des 44 Jahre zurückliegenden Vorfalls in seinem Kommentar wie folgt zusammen: "Das darf doch nicht mehr wahr sein. Wie kann man so tief sinken und über etwas berichten das nicht zu beweisen ist und der Genannte sich nicht mehr verteidigen kann. Wie tief sind diese Medien gesunken." "Pietät- und geschmacklos, einem Toten gegenüber, der sich nicht mehr wehren kann.", ärgert sich etwa dani1964 und hugoboss55 findet die "Zeiten werden immer gemeiner. Wohin führt uns das?"

"Tote sollte man ruhen lassen"
Dodo2340
geht einen Schritt weiter und denkt bereits an die Folgen den angeblichen Vorfall nochmals aufrollen zu lassen und darüber zu diskutieren: "Die Toten sollte man ruhen lassen. Sie können sich nicht mehr rechtfertigen, und die Nachkommen werden unnötig belastet. Unterstützung kommt hier auch von Leser elef1: "Und was soll das jetzt acht Jahre nach seinem Tod? Die einzigen die man hier jetzt schädigt, sind die Hinterbliebenen. Das ist jetzt 44 Jahre her und hat daher als verjährt zu gelten.

"Glaubwürdigkeit echter Fälle nicht mehr gegeben"
Eine völlig andere Problematik spricht stein4 mit seinem Kommentar an: "Langsam kann man das Ganze nicht mehr als glaubwürdig sehen. Jetzt wird fast jeder beschuldigt. Schade ist nur, dass darunter die Glaubwürdigkeit echter Fälle nicht mehr so gegeben ist. Die Promidamen haben da ganz schön was angerichtet mit ihren Angriffen."

"Beruflicher Erfolg darf kein Argument für Unschuld sein"
Differenzierter sieht es edomatic und stellt klar, man müsse den Menschen selbst genauer betrachten: "Ich habe riesen Respekt vor Toni Seiler als Person und vor seinen Leistungen (…) Ich finde seine sportlichen Erfolge werden zu sehr in der Vordergrund gestellt und seine Persönlichkeit zu wenig. Nur weil jemand sehr gut in seinem Beruf ist, heißt es nicht dass er ein guter Mensch ist. Nicht falsch verstehen, die Anschuldigungen sind völliger Blödsinn. Aber der berufliche Erfolg darf kein Argument für jemandes Unschuld sein."

"#metoo Kampagne finde ich nur mehr lächerlich"
krone.at-User TT1307 erlangt mit seiner Aussage großen Zuspruch in der krone.at Community und spricht direkt die Auswirkungen der #metoo Kampagne an: "Ich kann das alles schon nicht mehr hören, alle kommen jetzt nach 20-30 Jahren drauf, was angeblich passiert ist oder was diesen Leuten zu dieser Zeit widerfahren ist. Als Mann traut man sich ja nicht mal mehr alleine zu einer Frau in den Lift zu steigen. Diese ganze metoo Kampagne finde ich nur mehr lächerlich!"

Einige wenige sehen die aktuelle Diskussion um Sailer etwas anders. "Ich sehe das nicht als Anpatzen. Warum kann man sich mit dieser Angelegenheit nicht offen und ehrlich auseinandersetzen und danach Schlüsse für die Zukunft ziehen?" schreibt etwa franziskus22.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Diskussion weiter entwickelt und welche bekannten Persönlichkeiten aus der Sportwelt sich noch zu Wort melden.

Wie unser krone.at-Sportchef Max Mahdalik zu den alten Vorwürfen rund um Toni Sailer Stellung genommen hat, können Sie hier nachlesen.

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