Silvesterfeuerwerk

31.12.2017 17:58

So viel Schadstoffe wie alle Autos im ganzen Jahr

Wer bläst mehr Feinstaub in die Luft: Diesel oder Benziner? Die Antwort: Das Silvesterfeuerwerk! Laut Österreichischem Verein für Kraftfahrzeugtechnik übersteigt die durch Pyrotechnik freigesetzte Menge an Kleinstpartikeln sogar jene des durch den Straßenverkehr abgesonderten Feinstaubs. Aber nicht nur in der Silvesternacht - sondern den Straßenverkehrsfeinstaub des ganzen Jahres!

Zum Jahreswechsel knistert und knallt es wieder. Danach ist die Luft vielerorts zum Schneiden. Was bleibt, ist Müll und Rauch - und dass der nicht gesund sein kann, ist allen klar. Nicht klar ist den meisten, dass da tonnenweise Feinstaub in die Luft geblasen wird. Konzentriert in einer Nacht.

In Deutschland gibt das Umweltbundesamt die Zahl von 5000 Tonnen Silvesterfeinstaub aus, was etwa 17 Prozent der Menge entspricht, die alle Autos und Lastwagen gemeinsam in ganz Deutschland innerhalb eines Jahres erzeugen. Auch kein schönes Verhältnis.

Während die Feinstaubkonzentration durch Dieselmotoren an stark befahrenen Straßen bei rund 70 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt, werden zu Silvester Höchstwerte von bis zu 3000 erreicht. Zum Vergleich: Die vom Umweltbundesamt festgelegte Höchstgrenze des Tagesmittelwerts liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Zu Silvester ist die Schadstoffbelastung in der Luft vor allem in Städten oft so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Winzige Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören. Besonders gefährlich ist das für Asthmatiker.

Aber auch für Gesunde birgt eine derart hohe Menge an Feinstaub und Schwermetallpartikeln in der Luft eine Gefahr. Bei den Schwermetall-Partikeln handelt es sich um Barium, Strontium und Kupfer, die eingeatmet werden. Diese Stoffe sind vor allem für die Farben im Feuerwerk verantwortlich. Strontium sorgt zum Beispiel dafür, dass die Raketen rot leuchten, Kupfer für eine Blaufärbung, Barium für Grüntöne und Calciumsalze erzeugen orange-gelbe Farbeindrücke.

Die meisten Raketen bestehen überwiegend aus Schwarzpulver und einer Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Außerdem enthalten die Knaller sogenannte Effektsätze, die die Raketen pfeifen und sie in bunten Farben erstrahlen lassen. Von außen ist nur die Verpackung aus Karton, Holz, Ton oder Kunststoff zu sehen.

Das bedeutet nicht, dass wir den Feinstaub aus Verbrennungsmotoren bagatellisieren sollten - nur ein bisschen weiterdenken als bis "Verbrennungsmotoren gehören abgeschafft".

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