Auf dem Weg zum M5

26.12.2017 12:04

BMW M550i: Brückenschlag mit Luxussport

Fünf Grad Außentemperatur, die Lüfter hecheln trotzdem wie in der Wüstensonne. Das macht klar: Wir haben das Ding "artgerecht" bewegt. Und: Hier sitzt ein stattliches Aggregat unter der Haube. Ein V8-Benziner mit zwei TwinScroll-Turbos und 462 PS. Es ist die Spitze des 5er-Eisbergs. Der BMW M550i. Gleichzeitig ein Vorbote des Frühlings, wenn sich der M5 ganz nach vorne drängt.

Es ist wohl in dieser Liga keine Frage des Geldes. Der M550i beginnt bei 102.500 Euro, unser Testauto mit "Einmal alles"-Ausstattung kostet 137.781 Euro. Der M5 wird erst bei 149.500,- loslegen. Ist es dann eine Frage der Leistung? 600 PS bietet der M5, der M550i drückt stattliche 462 PS aus dem 4,4-l-V8. Die 650 Nm Drehmoment (750 im M5) packen schon bei 1800 Touren an. Garniert wird das Paket hier wie dort mit der souveränen 8-Gang-Automatik mit Schaltwippen - damit steht zu jeder Zeit satte Leistung parat.

Und zwar auf allen vier Rädern. Ein kurzer Wischer auf der Hinterachse, schon zieht die Front das Auto in die Spur wie der Kamm den Scheitel. Genau hier wird der M5 mehr dürfen. Auch er bekommt erstmals Allrad-Antrieb, per Tastendruck wird er aber zum guten alten Hecktriebler.

Auch bei der Höchstgeschwindigkeit darf sich das spätere Topmodell weiter hinauslehnen: Mit dem "Drivers Package" wird der M5 nämlich 305 km/h erreichen, der M550i wird bei Tempo 250 abgeregelt. Dass er schneller laufen könnte, verraten schon die 4,0 Sekunden (3,4 im M5) für den Hundertersprint. Das Heck lenkt mit. Im kurvigen Geläuf vergessen wir schnell, dass dieser 5er autonom die Spur wechseln oder per Fernbedienung eingeparkt werden kann, die zuvor präzise, aber sanftmütige Lenkung ist ab dem Sport-Modus messerscharf. Die fünf Meter lange 1,8-Tonnen-Limo wedelt dank mitlenkender Hinterachse um die Ecken.

Die 10-mm-Tieferlegung des adaptiven Fahrwerks, über die wir an der letzten Bremsschwelle noch gelästert haben, erhöht hier gemeinsam mit dem Wanktilgungssystem den Spaßfaktor. Apropos Bremsen: Vollgepackt eine Bergstraße hinunterzuglühen, bringt nur die Mitfahrer ins Schwitzen, die Stopper hinter den optionalen 20-Zoll-Alus kennen offenbar kein Fading.

An der Zapfsäule bleibt dafür kein Auge trocken: Weil dieser 4,4-l-V8 im Gegensatz zur direkten Konkurrenz noch keine Zylinder-Abschaltung hat, haben wir es im Test nicht unter 10 Liter geschafft. Wer ihm richtig einschenkt, kann auch schon mal das Doppelte nachfüllen. Übermut hat eben seinen Preis.

Und eigentlich sitzt man ja in einer Oberklasse-Limo, die bewusst alle Außengeräusche ausblendet - und dennoch richtig sportlich sein kann. Ein Kompromiss. Aber kein fauler. Sondern ein Brückenschlag. Bis der kompromisslose M5 im Frühjahr alles einreißt.

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