"Tücke und Vorsatz"

07.12.2017 21:50

Todesschüsse: 20 Jahre Haft für US-Ex-Polizist

In einem der schockierenden Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA ist ein Ex-Beamter zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Michael Slager habe mit "Tücke und Vorsatz" gehandelt, als er den unbewaffneten Walter Scott erschoss, sagte Bundesrichter David Norton am Donnerstag bei der Urteilsverkündung in Charleston im Bundesstaat South Carolina.

Die Anklage hatte allerdings lebenslange Haft gefordert. Der weiße Polizist Slager hatte dem 50-jährigen Scott im April 2015 fünf Mal in den Rücken geschossen, nachdem dieser wegen eines defekten Bremslichts an seinem Wagen angehalten worden war. Slager behauptete zunächst, in Notwehr gehandelt zu haben und dass Scott eine Elektroschockpistole bei sich gehabt habe.

  • Michael Slager im Zeugenstand während seines Prozesses

Allerdings legte Slager direkt nach dem Vorfall seinen eigenen Taser neben Scotts Leiche ab, was Ermittler als Versuch werteten, den Tathergang zu vertuschen. Videoaufnahmen zeigten, wie der unbewaffnete Scott nach einem Handgemenge mit dem Beamten zu fliehen versuchte, woraufhin Slager das Feuer eröffnete.

Demonstrationen gegen Polizeigewalt in den USA
Slager wurde festgenommen und aus dem Polizeidienst entlassen. Scotts Tod löste landesweit heftige Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

  • Demonstration gegen Polizeigewalt nach den tödlichen Schüssen

Freispruch bei Mordanklage im Jahr 2016
Ein Mordprozess gegen Slager platzte jedoch im Dezember 2016, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Der Ex-Polizist bekannte sich dann aber im Mai schuldig, durch die Anwendung exzessiver Gewalt die Bürgerrechte des Opfers verletzt zu haben.

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