Rückenchirurgie

06.12.2017 06:00

Winzige Schnitte und Minikameras sind die Trends

Die Zukunft der schonenden Wirbelsäulen-Eingriffe hat begonnen: Winzige Schnitte statt großer, offener Operationen. Viele Behandlungen - etwa von Bandscheibenvorfällen - werden bereits endoskopisch, mit Hilfe hoch auflösender Kameras, mikroskopisch oder mittels Infiltrationen durchgeführt. Patienten können innerhalb eines Tages mobilisiert werden.

Muss vorgefallenes Bandscheibenmaterial entfernt werden, genügt eine acht Millimeter lange Öffnung in der Haut, um das Endoskop, an dessen Spitze sich eine zwei Millimeter kleine Kamera befindet, bis zum erkrankten Areal einzubringen. Über Monitore sieht der Operateur hoch aufgelöst das OP-Gebiet. Der Eingriff dauert etwa eine halbe Stunde. "Der Chirurg kann durch den videokontrollierten Einsatz exakt navigieren", so Neurochirurg Dr. Nazem Atassi, Oberarzt an der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie, Wien-Speising. Vorteile: Unbeteiligtes Gewebe wird geschont, was auch weniger Schmerzen bedeutet. "Die Patienten können schon einige Stunden nach der Operation wieder aufstehen und mobilisiert werden. Betroffene kehren schneller in den Alltag und ihren Beruf zurück", ergänzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Ogon, Leiter des Wirbelsäulenzentrums Wien-Speising.

Nicht bei allen Erkrankungen ist der Einsatz des Endoskopes möglich. Dann vermag aber trotzdem minimalinvasiv behandelt zu werden - mit einem etwa zwei Zentimeter großen Schnitt. Der Chirurg arbeitet hier mit dem Mikroskop und kann den Eingriff sehr genau durchführen. Oft werden Bandscheibenvorfälle auch konservativ behandelt. Oberarzt Dr. Thomas Rustler: "Der Orthopäde setzt an einigen Stellen am Rücken hauchdünne Nadeln, durch die eine schmerzlindernde, abschwellend wirkende Substanz infiltriert wird." Auf einem Monitor lässt sich die Verteilung des Medikamentes beobachten.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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