Elektroauto-Prämien

02.12.2017 10:58

Muss Tesla in Deutschland jetzt Geld zurückzahlen?

Tesla geriert sich gerne als Saubermarke, obwohl tonnenschwere Elektro-Sportlimousinen und -SUVs mit "umweltfreundlich" und "nachhaltig" relativ wenig zu tun haben. Doch nun hat die US-Kultmarke in Deutschland offenbar auch finanziell Dreck am Stecken: Das Model S wurde von der Liste förderfähiger Elektroautos gestrichen. Nun prüft die Behörde, ob bereits gewährte Fördergelder zurückgezahlt werden müssen.

Den Skandal ins Rollen gebracht haben die Kollegen von "Auto Bild", die herausgefunden haben, dass das Basismodell des Tesla Model S. in Deutschland zwar mit 69.019 Euro in der Preisliste steht, aber auch auf Nachfrage schlichtweg nicht verkauft wird. Es müsse zumindest das Komfortpaket um 13.101 Euro mitgeordert werden, das etwa Rückfahrkamera, Navigationssystem, Spurhalteassistent und Parksensoren umfasst, so das Blatt.

Das Problem daran: In Deutschland wird der Kauf eines Elektroautos mit 4000 Euro bezuschusst, wenn das Basismodell netto, also ohne Mehrwertsteuer, unter 60.000 Euro kostet. Ist diese Voraussetzung gegeben, ist jede Version dieses Fahrzeugs, also auch mit Mehrausstattung, förderfähig. Nur: Wenn das Basismodell in Wirklichkeit nicht erhältlich ist, liegt der Verdacht eines verbotenen Tricks nahe. Und genau das prüft nun das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Von der Förderliste wurde das Model S bereits gestrichen, möglicherweise müssen bereits ausbezahlte Prämien zurückerstattet werden.

Dem Bericht zufolge sind nicht nur (Test-)Käufer mit dem Kaufwunsch abgeblitzt, es wurde von Tesla-Mitarbeitern ganz offen ausgesprochen, dass das Schein-Basismodell nur als Irrlicht für das BAFA eingeführt wurde, damit der Tesla Model S auf die Förderliste genommen wird.

  • Auf der BAFA-Liste, Stand 30.11.2017, ist Tesla nicht mehr vertreten.

Tesla weist die Vorwürfe zurück
In einem Statement widerspricht ein Tesla-Sprecher dem Bericht und betont, dass in Deutschland jeder einen Tesla Model S ohne Komfortpaket bestellen könne. "Sollte ein Verkaufsmitarbeiter etwas anderes behauptet haben, (...) ist das nicht in unserem Sinne, wird intern untersucht und führt, wenn nötig, zu Konsequenzen."

In Österreich ist das alles kein Thema. Hier liegt die Fördergrenze bei einem Brutto-Listenpreis von 50.000 Euro. Das Basismodell des Tesla Model S 75D kostet 85.200 Euro.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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