„Kampf bald zu Ende“

14.11.2017 19:00

Putin plant bereits Syriens Zukunft

Auch wenn in Teilen Syriens nach wie vor Krieg herrscht, ist die Schlacht gegen den Islamischen Staat und andere islamistische Rebellengruppen so gut wie gewonnen. Kreml-Zar Wladimir Putin, der wirklich starke Mann hinter Syriens Diktator Bashar al-Assad, plant daher bereits die Zukunft des Landes.

"Es ist offensichtlich, dass der Kampf gegen den Terrorismus in Syrien zu Ende geht", sagte der Kreml-Chef, dessen militärisches Eingreifen in Syrien das Blatt zugunsten des Assad-Clans gewendet hatte, jüngst. "Das Wichtigste ist jetzt, Vereinbarungen zu Deeskalationszonen zu treffen und den Waffenstillstand vertraglich zu fixieren."

Syrien-Vereinbarung von Putin und Trump
Dass der Assad-Clan auch im künftigen Syrien zumindest mittel-, wenn nicht gar langfristig politisch eine wichtige Rolle spielen soll, steht für Putin schon lange fest. Bemerkenswerter ist, dass Putin und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam eine gemeinsame Erklärung präsentiert haben, in der sie sich zu "Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit, territorialer Integrität und säkularer Natur" des künftigen Syrien bekannt haben. Denn vor allem für die säkulare Natur, also die Trennung zwischen Staat und Religion, ist Assad derzeit der wohl einzige Garant in Syrien.

  • Präsident Bashar al-Assad zu Besuch an der Front

Aber auch Türken-Sultan Recep Tayyip Erdogan ist ja mittlerweile davon abgekommen, Assad stürzen zu wollen. Sein Interesse gilt vor allem der Verhinderung eines Kurdenstaates auf dem Gebiet des nördlichen Syrien. Die Kurden, die als Speerspitze gegen den IS kämpfen, haben dort bereits eine Selbstverwaltungszone ausgerufen. Putin will die Kurden, neben dem Assad-Clan die zweite säkulare Kraft im Land, in den Aufbau des zukünftigen Syrien einbinden, Erdogan will das verhindern. Daran hat sich auch nach einem vierstündigen Gespräch der beiden im russischen Sotschi in der Nacht auf gestern nichts geändert.

Hunderte IS-Kämpfer aus Rakka geflohen
Dass in Teilen des Landes nach wie vor Krieg herrscht, zeigte sich an den jüngsten Luftangriffen auf die von Rebellen gehaltene Stadt Atareb westlich von Aleppo. Bei den Bombeneinschlägen kamen 61 Menschen, unter ihnen auch mehrere Frauen und Kinder, ums Leben. Für Aufsehen sorgen unterdessen auch Berichte, wonach Hunderten IS-Kämpfern mit Wissen der USA die Flucht aus ihrer einstigen Hochburg Rakka gelungen sein soll.

Kronen Zeitung

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