Strecke zu unsicher?

14.11.2017 12:52

David Poisson: Tragische Details zum Unfalltod

Der Todvon David Poisson schockiert die ganze Ski-Welt. Der Franzose kam bei einem Trainingssturz im kanadischen Nakiska ums Leben. Gemäß gleichlautenden Quellenangaben soll er gegen einen Baum gefahren sein. Oben im Video spricht Michaela Dorfmeister über das Drama von Poisson und die Sicherheitsvorkehrungen auf Trainingsstrecken.

Eine Gruppe österreichischer Athleten ist vor Ort und hat den Zwischenfall unmittelbar mitbekommen. Florian Raich bereitet sich mit der von ihm gecoachten ÖSV-Trainingsgruppe Speed 3 auf die Rennen in diesem Olympia-Winter vor.

Gemäß ÖSV-Pressesprecher Markus Aichner waren die Österreicher für jene Trainingseinheit unmittelbar nach der so tragischen verlaufenen eingeplant gewesen. Ihr Aufenthalt im Ski-Ressort ist bis Montag angesetzt. Das Schweizer Abfahrtsteam mit Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Roulin trainierte zum Zeitpunkt des Unfalls sogar auf der gleichen Piste wie die französische Equipe.

Schweizer Athleten erlebten tödlichen Sturz aus nächster Nähe
Laut einer "Swiss Ski"-Aussendung hätten die Athleten den Unfall und die Bergung Poissons aus nächster Nähe verfolgt. Die Konzentration gelte nun vorerst der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse. Im Zuge dessen werde entscheiden, wie, wann und wo die Saisonvorbereitung fortgesetzt werde. Die Verarbeitung der Ereignisse stünde nun im Vordergrund, nähere Auskünfte an Medien gebe es keine.

Wie ein Insider aus dem Ski-Weltcup de Schweizer "Blick" erzählte, kam Poisson kurz vor dem Ziel mit rund 100 km/h zu Sturz und flog durch zwei B-Fangnetze hindurch in den Wald. Dort dürfte er gegen einen Baum geprallt sein. Ein Rettungsteam habe eineinhalb Stunden versucht, David wiederzubeleben. Ohne Erfolg.

Adam Loria, eine Sprecherin vom Rettungsdienst Calgary, betont gegenüber dem kanadischen TV-Sender CBC: "Als wir am Unfallort ankamen, konnten wir nur noch feststellen, dass die Person bereits tot war."

Ein Mitglied des italienischen Verbandes gab gegenüber der französischen Agentur AFP an, dass Poisson in einer Kompression von der Piste abgekommen sei, einen Ski verloren und die Sicherheitsnetze durchfahren habe, ehe er gegen den Baum geprallt sei.

Strecke nicht sicher?
"Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich ein knapper Meter hinter der Waldgrenze stehen", so ein Insider gegenüber dem "Blick".

Allerdings betonte ein Offizieller der kanadischen Gebietsleitung, dass die Franzosen selbst für das Training verantwortlich gewesen seien.

Die Ski-Welt steht unter Schock. "Die Abfahrt ist gefährlich und riskant, aber in den letzten Jahren haben wir realisiert, dass sie gefährlicher ist als die Formel 1. Wir zahlen einen hohen Preis. Davids Tod ist ein Desaster", so der französische Präsident des Skiverbandes Michel Vion.

Weitere Reaktionen zum Tod von David Poisson lesen Sie hier!

Der Unfalltod des französischen Weltcup-Abfahrers David Poisson setzt eine Serie von tödlichen Zwischenfällen auf Renn- und Trainingspisten im alpinen Skirennsport fort. Betroffene Österreicher waren zuletzt in den Neunzigern Gernot Reinstadler (1991) und Ulrike Maier (1994). Poisson ist der schon vierte zu Tode gekommene Aktive aus Frankreich.

krone Sport
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