Schont die Umwelt

14.11.2017 17:00

Forscher: Bio-Anbau kann die ganze Welt ernähren

Biologische Landwirtschaft schont nicht nur die Umwelt und Ressourcen, sie kann sogar die ganze Weltbevölkerung ernähren. Das hat ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung herausgefunden. Wenn man die Nahrungsmittelabfälle reduziert und die Menschen weniger Fleisch und andere tierische Produkte essen, braucht es dazu nicht mehr Land als bisher, so die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Communications".

Die heute vorherrschende, sehr intensive Nahrungsmittelproduktion belastet die Natur zum Beispiel durch Überdüngung, hohe Stickstoffüberschüsse und Pestizide, erklärte Karlheinz Erb vom in Wien ansässigen Institut für soziale Ökologie der Universität Klagenfurt. Diese negativen Auswirkungen könne man durch eine weltweite biologische Bewirtschaftung stark reduzieren.

Allerdings sind die Erträge bei Bio-Landbau im Durchschnitt geringer als in der konventionellen Landwirtschaft. Deshalb braucht es ein paar Begleitmaßnahmen, dass keine zusätzlichen Flächen beansprucht und Wälder gerodet werden müssen, sagte Erb im Gespräch.

Nahrungsmittelabfälle müssen reduziert werden
Wenn die Menschen um ein Drittel weniger Fleisch und andere tierische Produkte essen, und um die Hälfte weniger Nahrungsmittelabfälle produzieren, könnte man bei gleichem Flächenverbrauch selbst die neun Milliarden Menschen, die im Jahr 2050 auf der Erde leben werden, mit Bio-Produkten versorgen, berechneten die Forscher um Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick in der Schweiz. Die meisten Nahrungsmittelabfälle entstehen entlang der Produktionskette, und hier gäbe es noch großes Optimierungspotenzial, so Erb. 

Außerdem sollte man Ackerland nicht für den Anbau von Nutztier-Futter verschwenden. Dadurch würde genug Fläche frei, dass allumfassender Biolandbau möglich ist. Außerdem könnte man dann mehr Hülsenfrüchten und anderen eiweißreiche Pflanzen kultivieren, um eine Verringerung von tierischen Eiweißstoffen in der Ernährung zu kompensieren.

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