Retro, nicht alt

31.10.2017 17:04

Kawasaki Z900RS lässt die legendäre Z1 aufleben

Retro, aber technisch auf der Höhe der heutigen Zeit - das ist ein Erfolgsrezept mit dem etwa BMW mit der R ninety oder Ducati mit der Scrambler geradezu Geld drucken. Nun hat man sich bei Kawasaki auf seine Geschichte besonnen und sich an die legendäre Kawasaki 900 Z1 angelehnt. Herausgekommen ist die Z900RS, die soeben auf der Tokyo Motor Show Weltpremiere feierte.

RS heißt "Retro Sport". So haben Motorräder früher ausgesehen, vor allem natürlich die Z1. Allerdings war sie deutlich schmächtiger, vor allem von oben betrachtet. Der charakteristische 17-Liter-Tropfentank wirkt dann doch etwas ausladend.

Basis für das emotionale Projekt ist die erfolgreiche und allseits hochgelobte Kawasaki Z900, mit der sie optisch aber wenig verbindet, obwohl sich die beiden den Gitterrohrrahmen teilen. Die Kawa-Designer hatten absolut die Vergangenheit im Kopf: Insbesondere die spezielle Lackierung, die Logos, der polierte Nockenwellendeckel, die Rippen am Zylinderkopf, sowie das markante Heck, auch als "Entenbürzel" bezeichnet, erinnern an die Ursprungs-Z1. Klassische Rundinstrumente nehmen ein Digitaldisplay in die Zange.

Doch das Fahrverhalten und die verbaute Technologie sind alles andere als Retro. Der 948 Kubikzentimeter große Vierzylindermotor wurde überarbeitet und leistet nun statt 125 PS deren 111. Im Gegenzug wird jedoch das maximale Drehmoment, das weiterhin 99 Nm beträgt, bereits bei 5600/min. erreicht, also 1200 Umdrehungen früher.

Sowohl die 41-mm-USD-Gabel wie auch das Federbein an der Aluschwinge ist in Vorspannung und Zugstufe einstellbar, auch die Bremsanlage (zwei halbschwimmende 300-mm-Scheiben und radial montierte Vierkolbensättel vorne, 250-mm-Einzelscheibe mit Einkolbensattel hinten) stammt von der Z900. Der Radstand ist mit 1,47 m zwei Zentimeter länger als bei der Standard-Z900 und man sitzt vier Zentimeter höher (835 mm), allerdings liegt im Zubehörregal eine 35 mm niedrigere Sitzbank. Der Nachlauf ist um fünf auf 98 mm geschrumpft. Mit 215 kg fahrfertig bringt die RS fünf Kilogramm mehr auf die Waage. Anti-Hopping-Kupplung und abschaltbare, zweistufige Traktionskontrolle sind Serie.

  • Zur Premiere wurden auf der Tokyo Motor Show auch gleich Custom-Varianten gezeigt.

Die Z900RS wird in drei Farbvarianten erhältlich sein: in Braun/Orange als Hommage an die Z1 von 1972, in klassischem Schwarz mit Pinstripes in Gold und Silber sowie als moderne, urbane Variante in mattgrün mit prägnantem "900"-Logo auf dem Seitendeckel.

Der Preis wurde noch nicht bekanntgegeben, dürfte aber über 13.000 Euro liegen.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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