Tokio im Bild

28.10.2017 17:51

Models, Motoren & mehr: Die Bilder der Motor Show

Mit den Augen eines europäischen Journalisten betrachtet, ist auf der Tokyo Motor Show vieles ungewöhnlich. Manches belustigend, manches einfach angenehm, vieles anders. Die Pressetage auf Automessen sind in Europa alle relativ ähnlich: Es ist voll, es wird gedrängelt, die Autos sind belagert von Menschen, viele Leute sind hektisch und unfreundlich - in Tokio geht es ruhig und höflich zu, alles wirkt entspannt - und es gibt einige wirklich überraschende Anblicke…

Den Bericht über die Neuheiten der Tokyo Motor Show finden Sie hier!

Und hier geht es zu den Motorrad-Studien!

Schon die Messehostessen sind anders. Sie sind freundlich und aufmerksam, wie ich das noch selten erlebt habe, bedanken sich sogar, wenn man ein Foto von ihnen gemacht hat. Sexy/lasziv geben sich die wenigsten, die meisten machen die Exponate - abgesehen von ihrem guten Aussehen - mit Freundlichkeit und einem strahlenden Lächeln attraktiv.

Freundlichkeit, das ist hier überhaupt oberstes Gebot. Niemand wird jemals laut (außer westliche Touristen); wenn man versehentlich jemanden anrempelt, entschuldigt man sich. Visitenkarten werden mit beiden Händen und mehreren Verneigungen übergeben, nicht beiläufig ausgetauscht. Es ist eine Grundhaltung gegenüber anderen Menschen, die sich auch am Tragen von Gesichtsmasken zeigt: Die trägt man in Japan, wenn man verkühlt ist, damit man andere nicht ansteckt!

Undenkbar ist es, dass sich in Japan jemand vordrängelt, und wenn die Warteschlange noch so lang ist.

  • In Japan stellt an sich gesittet an. Da wird nicht gedrängelt. Auch nicht vor Messestart.

Vorsichtiges Mitdenken für andere treibt aber auch seltsame Blüten: Es gibt Uniformierte, die am Ende einer Rolltreppe davor warnen, dass hier die Rolltreppe endet. Mit dem Megaphon. Alle paar Sekunden mit demselben Satz. Wie man Rolltreppe fährt, wird auf Schildern erklärt. Es ist fast schon ungewöhnlich, dass diese Schilder nicht von jemandem hochgehalten werden, wie es sonst so häufig vorkommt.

  • Teilweise stehen am Ende von Rolltreppen Uniformierte, die vor dem Ende der Rolltreppe warnen.
  • Man bekommt genau gezeigt, wie man Rolltreppe fährt.

Auch wer nicht Japanisch spricht (und lesen kann), kann sich gut orientieren. Die wichtigsten Hinweise findet man auch auf Englisch und wenn es ums Essen geht, kann man auf Fotos zeigen oder sogar auf Plastikmodelle der Speisen.

In den Supermärkten auf dem Messegelände ist es schon schwieriger. Immerhin kann man Sushi kaufen - da ist die Verpackung durchsichtig. Im Gegensatz zur Herkunft.

  • What you see is what you get.
  • Oft ist nicht ganz einfach herauszufinden, was es alles gibt.
  • Im Shop gibt es fertiges Sushi.
  • Auch sonst lässt sich manches einkaufen.
  • Vom Fidget Spinner bis zum Plüschtier - alles mit Messelogo.

Allgegenwärtig sind Getränkeautomaten. Auch die gibt es in der ganzen Stadt.

  • In ganz Tokio, also auch auf der Messe, allgegenwärtig sind diese Getränkeautomaten.
  • Auch Eis kommt aus dem Automaten.

Ein wenig unpraktisch ist, dass es keine Mistkübel gibt, ebenso wie sie in ganz Tokio praktisch abgeschafft wurden (Hintergrund ist die Angst vor einem Anschlag, wie 1995). Allerdings gibt es mehrere Stationen, wo ein Bediensteter den Müll dankend in Empfang nimmt. Natürlich getrennt.

  • Es gibt auf der Messe keine Mistkübel - an Müllstationen wird der Müll persönlich entgegengenommen.

Was die Aussteller betrifft, ist es ähnlich wie bei der Vienna Autoshow (wo eine Halle fast komplett den VW-Marken gehört), eigentlich noch extremer: Es gibt im Wesentlichen vier Hallen. Toyota (mit Tochter Daihatsu) hat eine davon, eine sehr große. Den Rest der Ausstellungsfläche teilen sich die übrigen Hersteller auf, vor allem die japanischen. Ansonsten sind VW (inklusive Audi und Porsche), BMW und Mercedes (mit relativ viel Raum!) aus Deutschland da, Peugeot und Renault aus Frankreich. Und Volvo, im Foyer von Toyota. Neuheiten aus Europa? Mangelware.

  • Kimonos sind kein ungewöhnliches Bild.

Auffällig: Wer zur Toyota-Halle will, muss einen langen Fußmarsch auf sich nehmen. Als ob sich der Konzern von den anderen abgrenzen wollte. Aber da wird der Firmenchef ja auch besonders gottgleich verehrt.

Und leise ist es. Keine lauten Musik-Jingles der Aussteller in Dauerschleife. Sonst würden wohl auch kaum alle dauerhaft entspannt und ruhig bleiben…

  • Dieses Fahrzeug ist außen so kuschelig wie innen.
  • Die Revolution des Fahrradreifens

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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