6000 Neuerkrankungen

12.10.2017 16:28

Neue Hoffnung für Krebspatienten

6000 Oberösterreicher erhalten pro Jahr die Diagnose Krebs, 3000 sterben daran. Die neue Hoffnung heißt Immuntherapie, die bei bis vor wenigen Jahren Todgeweihten oft wahre Wunder wirkt. Am Mittwoch, 18. Oktober, gibt’s im Spital der Barmherzigen Schwestern in Linz ab 18 Uhr einen Info-Abend. Hautarzt Helmut Kehrer von den "Lisln" gibt einen Ausblick.

"Krone": Bei Hautkrebs kam diese neue Immuntherapie zuerst zur Anwendung.
Dr. Helmut Kehrer: Seit 2011 gibt’s ein Medikament, vorher waren wir sehr eingeschränkt, und Patienten mit Metastasen waren praktisch todgeweiht. Inzwischen haben wir Patienten, die nach einer Immuntherapie seit Jahren beschwerdefrei leben. Das Wort Heilung kommt Onkologen nur schwer über die Lippen.

"Krone": Klingt nach einer neuen Wunderwaffe gegen  Krebs.
Kehrer: Leider sprechen nur 50 Prozent der Patienten auf die Therapie an. Was uns fehlt, ist ein Bluttest, mit dem wir feststellen, welcher Patient auf welche Therapie anspricht.

"Krone": Die Chemotherapie ist damit noch nicht tot.
Kehrer: Ihre Bedeutung wird zwar geringer, aber sie wird trotzdem nicht verschwinden.

"Krone": Wo sind die Probleme der Immuntherapie?
Kehrer: Der Kostendruck ist enorm. Je Patient muss mit 80.000 Euro aufwärts pro Jahr kalkuliert werden. Die Kosten für Medikamente explodieren dadurch in der Krebstherapie. Wir wissen nicht, wann und ob man mit der Therapie aufhören soll. Es gibt auch  Hinweise, dass die Therapie nach Beendigung weiterwirkt, da gibt’s noch viel zu erforschen.

"Krone": Es laufen derzeit viele Studien, sind Patienten gerne bereit mitzumachen?
Kehrer: Viele glauben, dass sie Versuchskaninchen sind. Nachweislich leben Patienten in Studien  länger, das ist auch erklärbar: Sie werden genauer überwacht, sind wertvolle Patienten.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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