Bauern warnen:

12.10.2017 14:26

Jeden Tag verschwinden 1,4 Hektar Grund und Boden

Der stark voranschreitende Bodenverbrauch ist nicht nur österreichweit, sondern auch in Tirol ein Problem für die Landwirtschaft. Daraus ergeben sich wiederum Konsequenzen für die Eigenversorgung mit Lebensmitteln sowie die Biodiversität.

In Tirol stehen nur ca. 12 Prozent der Landesfläche für die landwirtschaftliche Nutzung, Bebauung und Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung. Durch rasch voranschreitende Verbauung gehen in Tirol täglich 1,4 Hektar verloren. "Boden ist ein nicht vermehrbares Gut, weshalb vorausschauender und nachhaltiger Umgang damit eigentlich selbstverständlich sein sollte. Bodenschutz ist aber nicht nur ein Thema der Landwirtschaft, sondern betrifft die gesamte Bevölkerung. Was nützen uns künftig die hohe Dichte an Einkaufszentren, wenn wir darin keine heimischen Lebensmittel mehr kaufen können?", weist LK-Präsident Josef Hechenberger auf die möglichen Konsequenzen hin.

"Im Großraum Innsbruck werden jedes Jahr 10 bis 12 Fußballfelder verbaut. Der Nutzungsdruck auf Grund und Boden steigt ständig. Dabei wird oft vergessen, dass jede versiegelte Fläche unwiederbringlich für die Lebensmittelproduktion verloren geht. Darüber hinaus ergeben sich negative ökonomische und ökologische Auswirkungen, welche die gesamte Gesellschaft betreffen", so Bezirkskammerobmann Thomas Schweigl im Rahmen des Pressegesprächs.

Lebensmittel brauchen Platz

Das unterstrich auch Bezirkskammerobmann-Stv. Romed Giner: "Für naturnahe Lebensmittelproduktion wird Fläche benötigt, die durch ständige Grundinanspruchnahme immer weniger wird - bestes Beispiel ist der Gemüsebau. Dabei muss jedem klar sein: Ohne Landwirtschaftliche Flächen gibt es keine Regionalität!"

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, wurde seitens des Bezirksbauernrates eine Resolution erstellt, die Gemeinden und Bürgermeister im Bezirk Innsbruck sowie die zuständige Abteilung Raumordnung des Landes auffordert, einen sparsameren Umgang mit den Grünland- und Ackerflächen im Bezirk zu etablieren.

  • Romed Giner, Thomas Schweigl und LK-Präsident Josef Hechenberger (v. li.).
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