Wegen Mordverdacht

12.10.2017 14:33

Toter Soldat: U-Haft über Schützen (22) verhängt

Nach dem tödlichen Kopfschuss am Montagabend in einer Kaserne in Wien-Leopoldstadt - ein 20 Jahre alter Rekrut war dabei ums Leben gekommen - ist über den mutmaßlichen Schützen Ali Ü. die U-Haft verhängt worden. Der 22-Jährige war bereits am Dienstag wegen Mordverdachts festgenommen worden. Nach wie vor laufen in dem Fall die Ermittlungen auf Hochtouren.

War es Mord oder ein Unfall? Die Familie des Opfers jedenfalls zweifelt daran, dass sich der tödliche Schuss aus dem Sturmgewehr 77 einfach löste, ebenso an den Angaben des 22-Jährigen, mit dem Opfer befreundet gewesen zu sein. "Ich kannte alle seine Freunde. Von dem Schützen habe ich noch nie etwas gehört", hatte die Schwester des Verstorbenen gegenüber der "Krone" erklärt.

Ali Ü. bleibt indes, auch gegenüber dem Haftrichter, weiterhin bei seiner Unfall-Version, behauptet, sich an nichts erinnern zu können. Sein Anwalt, Manfred Arbacher-Stöger (Kanzlei Rifaat), hatte gegen die Verhängung der U-Haft keine Einwände. Diese ist daher vorerst bis 27. Oktober rechtswirksam.

Psychiatrischer Sachverständiger wird beigezogen
Die Beiziehung eines psychiatrischen Sachverständigen ist in diesem Fall wohl unumgänglich - ein Gutachter wird zu klären haben, ob die Erinnerungslücken Ausfluss einer psychischen Erkrankung bzw. einer tief greifenden Bewusstseinsstörung oder womöglich eine bloße Schutzbehauptung sind. Von Bedeutung ist auch die Frage, ob der 22-Jährige zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol oder sonstiger bewusstseinsverändernder Substanzen stand.

Bereits mit einer Gutachtenerstattung wurde der Ballistiker Ingo Wieser betraut, der die Tatwaffe - ein Sturmgewehr 77 - sowie die verwendete Munition untersuchen soll. Unterdessen wartet man bei der Staatsanwaltschaft auf das schriftliche Obduktionsgutachten des Gerichtsmediziners.

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