Beträge steigen

12.10.2017 17:12

Sparbuch top: Österreicher legen mehr zur Seite

Die Bedeutung des Sparens hat in Österreich wieder zugenommen. Erstmals seit sechs Jahren liegt der Beliebtheitswert wieder bei 75 Prozent. Der durchschnittliche monatliche Sparbetrag stieg gegenüber dem Vorjahr von 216 auf 239 Euro. Das Sparbuch bleibt, trotz niedriger Zinsen, weiterhin die beliebteste Anlageform.

Die Österreicher setzen weiter aufs Sparbuch, obwohl die Sparzinsen für auf ein Jahr gebundenes Geld bei nur 0,2 Prozent liegen. "Das Sparbuch ist nicht mehr unbedingt die am besten geeignetste Form, Vermögen aufzubauen", meinte Erste-Bank-Privatkundenvorstand Thomas Schaufler bei einem Pressegespräch. Wesentlicher Grund dafür sei das Verhältnis zwischen Inflation und Sparzinsen.

Aktien: Höheres Risiko, mehr Ertrag
Schaufler empfiehlt deshalb, unbedingt über das Sparbuch hinauszudenken. Hätten die Österreicher nur zehn Prozent ihres nahezu unverzinsten 262 Milliarden Euro schweren Geldvermögens in Aktien umgeschichtet, so wäre seit 2013 ein zusätzliches Geldvermögen von vier Milliarden Euro zu erzielen gewesen. Damit einhergegangen wäre natürlich auch ein höheres Risiko. Andererseits sei mit einer baldigen Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht zu rechnen.

Fast 60 Prozent nutzen Bausparen
Mit einem Wert von 76 Prozent blieb das Sparbuch bzw. die Sparkarte die beliebteste Sparform, gefolgt vom Bausparen (59 Prozent) und dem Sparen am Girokonto (46 Prozent). Lebens- & Kapitalversicherungen kommen auf einen Beliebtheitswert von 41 Prozent, Wertpapiere immerhin auf 29 Prozent, Immobilien auf 22 Prozent, die staatlich geförderte Pensionsvorsorge auf 20 Prozent und Gold oder Edelmetalle auf 15 Prozent.

Österreicher sind Sparefrohs
Im internationalen Vergleich sind die Österreicher laut Schaufler fleißige Sparer. Sie legen rund acht Prozent ihres verfügbaren Einkommens zur Seite, während es in der EU im Schnitt nur 5,5 Prozent sind. Am wenigsten sparen die Wiener (durchschnittlich 209 Euro/Monat), am meisten die Steirer mit 266 Euro. 82 Prozent sparen zur finanziellen Absicherung (Notgroschen) und Altersvorsorge. Nur 42 Prozent sparen für Wohnung, Haus oder Auto, 41 Prozent legen ihr Geld zur Seite, etwa für Renovierungen oder kleinere Anschaffungen.

Ethisch-nachhaltige Investments als Alternative
Als eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Sparbuch empfiehlt der Geschäftsführer der Erste Asset Management (EAM), Heinz Bednar, ethisch-nachhaltige Investments. Obwohl die Bekanntheit und das Interesse daran gestiegen sei, sei die Nutzung mit vier Prozent noch relativ gering. Die EAM selbst verwaltet aktuell 4,7 Mrd. Euro an ethisch-nachhaltigen Investments.

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