Finish im Wahlkampf

11.10.2017 06:00

So kämpfen die Parteien um die letzten Stimmen

Was bewegt die Österreicher in diesem hitzigen Wahlkampf am meisten? Die "Krone" besuchte Wahlstände in allen Bundesländern und hörte zu, was jetzt gerade Thema ist. Hitzig und deftig wird vor allem über Flüchtlinge und Jobs diskutiert.

Wels in Oberösterreich, ein Tag am Wochenmarkt. Die Messestadt ist ein Symbol für die Politik im Land. Lange regierte hier die SPÖ, bis 2015 ein blauer Bürgermeister ins Rathaus einzog. Und der ist heute für seinen Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache im Einsatz.

Die Marktbesucher wollen wissen, wie es mit der Flüchtlingspolitik weitergeht, ob die Grenzen geschlossen bleiben, wie es mit Sozialleistungen aussieht. Die SPÖ-Affäre ist nicht einmal Randthema. Viel mehr sorgt man sich um die Pensionen. Und um Kanzler Christian Kern. Eine Frau sagt: "Ich habe immer die ÖVP gewählt. Kern tut mir aber leid, ich werde ihn wählen."

Staatssekretärin verteilt Gratis-Pizza
Schauplatzwechsel: Auf der Mariahilfer Straße in Wien ist die SPÖ mit schwerem Gerät aufgefahren. Hier lockt vor allem ein alter Steyr-Lkw mit eingebautem Holzofen die Besucher an. Der simple Grund: Es gibt Gratis-Pizza. Staatssekretärin Muna Duzdar verteilt Pizzastücke an die Passanten, kommt so mit ihnen ins Gespräch. Wobei: Recht gesprächig sind die Wiener an diesem Tag nicht. Viel öfter sieht man SPÖ-Funktionäre mit ihren ernsten Gesichtern untereinander sprechen. Sie sprechen sich Mut zu.

  • SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar wandelt auf den Spuren des Kanzlers und verteilt Gratis-Pizza.

"So einer wie Peter Pilz gehört ins Parlament!"
In Mattersburg (Burgenland) ist eine Truppe von Peter Pilz unterwegs. Seine Bemühungen, Skandale aufzudecken, werden hier geschätzt. Ein Herr sagt: "So einer wie Pilz gehört ins Parlament. Was wäre ein U-Ausschuss ohne ihn?"

Deutscher Tourist: "Einen wie Kurz brauchen wir auch"
In Wolfurt in Vorarlberg hören die Wahlkämpfer vor allem eines: "Wann ist es endlich vorbei? Man kann den Fernseher gar nicht mehr aufdrehen." Wobei: Am Bauernmarkt in Innsbruck gibt es sogar Komplimente. Ein deutscher Tourist sagt zum türkisen Wahlkampfteam: "So einen wie Kurz brauchen wir auch bei uns."

  • ÖVP-Mitglieder verteilen in Innsbruck Zettel mit zentralen Botschaften ihres Spitzenkandidaten.

Parteien in Einkaufszentrum auf Stimmenfang
Heuplatz, Wiener Gasse, Alter Platz und Herrengasse - eine gerade Linie von etwa 300 Metern. Hier wird in Klagenfurt wahlgekämpft, hier strömen die Passanten zu einem riesigen Einkaufstempel. Das wissen auch die Parteien, das wissen deren Helfer. Und so haben sich an diesem Donnerstag die Grünen, die Kommunisten und die Volkspartei schön aufgefädelt. Keine Spur findet sich von der SPÖ und keine von den Freiheitlichen. Aber das kommt schon noch.

Wenig los ist bei den Kommunisten. Ihr Hauptargument: "Ernest Kaltenegger in Graz hat immer gezeigt, wie moderner Kommunismus sein muss." Den Klagenfurtern ist das aber so was von egal, sie flanieren entspannt weiter.

Kronen Zeitung/krone.at

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