Per Brief!

06.10.2017 18:13

Porsche fordert 200 Mio. € Diesel-Regress von Audi

Porsche fordert von Konzernschwester Audi im Zuge des Dieselskandals 200 Million Euro. Auf diese Summe schätzt man den Schaden durch die Nutzung von Audi-Dieselmotoren mit illegaler Abschalt-Einrichtung - und diesen Betrag fordern die Zuffenhäuser aus Ingolstadt. In einem Brief, über den die "Bild am Sonntag" berichtet.

Das deutsche Verkehrsministerium hatte im Juli den Rückruf von europaweit rund 22.000 Porsche Cayenne mit Dieselmotor angeordnet, da sie eine Betrugssoftware enthielten. Die bemängelten Aggregate kommen von Audi. Porsche selbst stellt keine Selbstzünder her.

Porsche hat inzwischen ein Software-Update entwickelt, was aber vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) noch nicht freigegeben wurde. Geschieht das, können die Nachrüstungen der SUVs starten. Der in dem Brief genannte 200-Millionen-Schadensbetrag umfasst nicht nur Kosten zur Nachrüstung der betroffenen Autos, sondern auch für Anwälte, Mietwagen für die Zeit der Umrüstung sowie für den geschätzten Wertverfall von Autos, die Kunden von Porsche geleast haben. Ein Porsche-Sprecher wollte sich zu dem Schreiben nicht äußern: "Wir diskutieren keine konzerninternen Vorgänge in der Öffentlichkeit." Audi wollte das Thema ebenfalls nicht kommentieren.

Audi wird wohl zahlen
Dass Audi zahlen soll, ist keine Überraschung. Porsche-Finanzchef Lutz Meschke hatte schon vor längerer Zeit klargemacht, dass man im Rahmen der Lieferantenverträge gegebenenfalls Ansprüche an Audi geltend machen würde. Konzernkreisen zufolge ist es unstrittig, dass Audi zahlen wird. Unklar sei nur die Höhe der Zahlung - es könnte also weniger werden als 200 Mio. Euro. In dem Schreiben sei nur eine erste Schadensschätzung genannt worden - der genaue Betrag ließe sich erst nach der Rückrufaktion beziffern.

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