Frust bei der SPÖ

03.10.2017 10:51

Wer fälscht, verdient die rote Nelke nicht!

Aus Frust wird Wut: Die roten Hackler, das solide Fundament der SPÖ, und die rund um die Uhr laufenden Wahlhelfer taumeln zwischen Verunsicherung, Resignation und Durchhalteparolen - eine "Krone"-Blitzumfrage.

Wahlhelfer bei der SPÖ: Das ist derzeit der wohl schwierigste Job in Wien und in den Bundesländern: "Was passiert hier eigentlich? Wir müssen den Leuten erklären, was hier mit den Fake News und den Beratern abgelaufen ist und können es selbst nicht einmal erklären. Wir stehen vor einem Trümmerhaufen", bringt es ein frustrierter Parteifunktionär auf den Punkt. Die Helfer an den Wahlständen werden landesweit mit bohrenden Fragen überhäuft, Schadensbegrenzung ist angesagt, aber gleichzeitig Resignation, dass der Wahlkampf gelaufen ist. Die Telefone zwischen den Wahlzentralen laufen heiß, um eine gemeinsame Linie wird gerungen.

  • Der Frust sitzt tief: SP-Gemeinderäte und -Funktionäre in Ollersdorf (Bgld) bereden, was zu tun ist.

"Lassen uns Wahlkampf nicht kaputtmachen"
Von den obersten Stellen kommen die Durchhalteparolen ("Das ist sicher nicht die SPÖ, die für die Menschen kämpft"), sie klingen aber in vielen Ohren unglaubwürdig. Andere sagen: "Jetzt erst recht. Wir lassen uns unseren Wahlkampf sicher nicht kaputtmachen."

Kaiser: "Schlimme Situation"
Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser spricht von einer "schlimmen Situation", weil in der entscheidenden Phase nicht Inhalte im Mittelpunkt stünden, sondern Fälschungen und Skandale: "Egal von wem und wie auch immer das geschah, derjenige hat die Verantwortung zu tragen. Vernadern und fälschen wird immer mehr zu einer Unkultur."

  • Peter Kaiser

"Werden weiter rennen, rennen, rennen"
Der stellvertretende Landesparteivorsitzende von Tirol, Georg Dornauer, wird direkter: "Wer im Netz unter falscher Flagge Fake News, Rassismus und Antisemitismus verbreitet, hat es nicht verdient, die rote Nelke am Revers zu tragen. Aber in Tirol werden wir weiter rennen, rennen, rennen. Denn wir lassen uns die harte Arbeit nicht von Fehlern in der Wahlkampfzentrale kaputtmachen."

Kronen Zeitung

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