„Weiter ermitteln“

17.05.2018 12:38

Fall Hadishat: Was wussten die Eltern des Täters?

„Das sind noch ziemlich viele Fragen nicht geklärt“, fordert Rechtsanwalt Nikolaus Rast jetzt die Kripo auf, die Ermittlungen im grausamen Mordfall im Wiener Gemeindebau fortzusetzen. Vor allem müsste restlos geklärt werden, was die Eltern des Täters Robert K. (16) wussten - und ob sie bei der Beseitigung der Leiche des Kindes mithalfen. Rast im Gespräch mit der „Krone“: „Das wäre der Tatbestand der Begünstigung. In diesem Fall würden die Familienangehörigen aber ohnehin ohne Strafe davonkommen. Mir geht’s einfach darum, dass keine Fragen offen bleiben.“

  • Er hat gestanden, die siebenjährige Hadishat brutalst umgebracht zu haben: Robert K. (16)
    Er hat gestanden, die siebenjährige Hadishat brutalst umgebracht zu haben: Robert K. (16)

Dass der junge Gymnasiast ganz alleine den Körper der kleinen Hadishat beseitigt hat, kann der Wiener Anwalt eigentlich nicht glauben: „Da sprechen gleich mehrere Umstände dagegen.“ Und zwar diese Punkte:

„Zwei bis drei Liter Blut. Das muss aufgefallen sein“
Erstens sei es unwahrscheinlich, dass die Eltern auch nach ihrem Heimkommen nichts vom Mord in der Wohnung im Dittes-Hof in Wien-Heiligenstadt bemerkt hätten. Rast: „Das Mädchen hat zwei bis drei Liter Blut verloren. Das muss aufgefallen sein.“

  • Dieser Teppich voller Blut lag mitten in der Wohnung, in der Robert K. mit seiner Familie lebte, zeigt ein Video, das am Tag nach dem Mord an Hadishat aufgenommen wurde.
    Dieser Teppich voller Blut lag mitten in der Wohnung, in der Robert K. mit seiner Familie lebte, zeigt ein Video, das am Tag nach dem Mord an Hadishat aufgenommen wurde.

Zweitens sei höchst unglaubwürdig, dass ein 16-jähriger Schüler nach dem Mord das Badezimmer von jeglichen Blutspuren fein säuberlich reinigt. Rast: „Jeder, der Kinder hat, weiß, wie diese putzen.“ Ebenso seltsam ist die hohe Professionalität des Buben, Einweghandschuhe bei der Beseitigung der Leiche anzuziehen.

Wie brachte Robert K. die Leiche alleine in den Hof?
Drittens sei laut Rast nochmals zu hinterfragen, wie Robert K. sein Opfer ganz allein aus der Wohnung das ganze Stiegenhaus hinunter in den Hof gebracht hat - und dort in den Müllcontainer gehoben hat. Das Mädchen hatte 20 Kilo, der Täter knapp 40 Kilo. Und: Auch der Transport des toten Kindes aus dem Bad durch die Wohnung ins Stiegenhaus soll den Eltern von Robert K. in dieser Nacht nicht aufgefallen sein. Ebenso wenig wurde von den Eltern das Faktum hinterfragt, dass im Badezimmer plötzlich die Dusche verstopft war.

Rast: „Da sind wirklich noch einige wichtige Fragen offen. Die Mordkommission hat hervorragende Arbeit geleistet, jetzt soll noch der Rest erledigt werden. Die Wahrheit muss ans Tageslicht kommen.“

  • Anwalt Nikolaus Rast
    Anwalt Nikolaus Rast
Richard Schmitt
Richard Schmitt

Mehr Storys

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).